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Pro
von Guido Gluschitsch

Kennen Sie diese seichten Dokus, in denen Frauen ihre Männer ermorden? Ich liebe sie. Sie sind nämlich die einzige Möglichkeit, dass ich ein paar Stunden Schlaf bekomme.

Bei diesen Sendungen schläft meine Frau jedes Mal, mit einem genüsslichen Lächeln im Gesicht, auf dem Sofa ein – rechtzeitig bevor die Mörderin ihrer Tat überführt wird. Und das ist meine Chance, vor ihr im Bett zu sein.

Andernfalls, und ich habe keine Ahnung, wie sie es schafft, liegt sie, wenn ich ins Schlafzimmer komme, tief schlafend mitten im Bett, alle viere von sich gestreckt, flankiert von zwei schnarchenden Gadsen.

Ich hab dann zwei Möglichkeiten: Bettvorleger oder eine schlaflose Nacht, zusammengekauert, einmal von ihrer Exzellenz getreten oder geschlagen, einmal mit einer Gadse im Gesicht oder deren Krallen im Fuß.

Ich bin absolut für getrennte Betten. Aber das interessiert daheim niemanden. Bleibt mir also nur die Hoffnung auf mehr Meuchelfrauendokus.

Kontra
von Katharina Rustler

Bei getrennten Betten denke ich an viele Einzelbetten in ein und demselben Raum: Kinderzimmer, Krankenhausstation oder Hostelschlafsaal. Dass an all diesen Orten separierte Schlafmöbel bevorzugt werden, ist nachvollziehbar. Sie sind dort einfach praktischer. Aber im eigenen Schlafzimmer sind sie eine ausgesprochene Unart!

Wie funktioniert das überhaupt? Bringt man sich gegenseitig ins Bett, um sich ein paar Meter weiter abzulegen? Muss man in der Nacht aufstehen, um den Schnarchenden wachzurütteln? Und wie läuft das mit dem Beischlaf – trifft man sich in der Mitte?

Nein, also in ein Schlafzimmer gehört EIN Bett. Ja, ein Doppelbett. Oder sogar ein Dreifachbett. Je größer, desto besser. Und die Matratze sollte aus einem Stück bestehen. Ein mittiger Spalt ist die Vorstufe getrennter Schlafplätze! Das gemeinsame Bett ist Ruheoase, Spielwiese und Freizeitpark, wo man sich immer am anderen wärmen kann. Und wer will schon allein in den Freizeitpark? (RONDO, 12.1.2021)