Auch in Deutschland wird fleißig an einem Impfstoff gegen Covid-19 geforscht.

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Es steht schon alles bereit in den Hallen der Messe Ulm: Absperrgitter für den Abstand, Tische und Stühle für die Patienten, natürlich jede Menge Behälter für Masken und Spritzen.

Am Samstag lief dort mit vielen Freiwilligen der erste Probelauf für die Corona-Impfungen, 120 Personen sollen pro Stunde behandelt werden. Bloß das Wichtigste fehlt noch: der Impfstoff selbst.

Aber nicht mehr lange – das erklärte nun der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): "Es gibt Anlass zum Optimismus, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für einen Impfstoff in Europa geben wird. Und dann können wir mit den Impfungen sofort loslegen", sagt er. Auch Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) rechnet mit dem ersten Pieks noch 2020: "Wir haben die Vorbereitungen dafür getroffen, dass es noch im Dezember losgehen könnte."

Deutschland hat sich – mit seinen rund 83 Millionen Einwohnern – 300 Millionen Dosen des Impfstoffs gesichert. "Auch bei zwei Dosen pro Impfung hätten wir dann genug für die eigene Bevölkerung und könnten mit anderen Ländern teilen", erklärt Spahn.

Die Impfstrategie sieht vor, dass der Bund die Impfstoffe zentral beschafft. Für Verteilung und Lagerung sind die Länder zuständig. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Hilfe der Bundeswehr zugesichert.

Impfung erfolgt freiwillig

Im ganzen Land soll es hunderte stationäre Impfzentren und mobile Teams geben. Entgegen Behauptungen von Verschwörungstheoretikern ist die Impfung freiwillig.

Da anfangs nicht genug Impfstoff für alle verfügbar sein wird, haben der Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die Ständige Impfkommission gemeinsame Empfehlungen erarbeitet. Risikopatienten, Ärzte, Pfleger, Lehrer und Polizisten sind die Ersten, die drankommen.

Spahn ist optimistisch, dass es nicht bis Ende 2021 dauern wird, bis alle Bevölkerungsgruppen durchgeimpft sind. Wenn das Projekt dann in die Breite geht, soll es den Impfstoff, für den man keine Kühlung benötigt, auch in Arztpraxen geben. Es zeichnet sich ab, dass Bund und Länder bei ihrem Treffen am Mittwoch eine Verlängerung des Teil-Lockdowns beschließen werden. (Birgit Baumann aus Berlin, 23.11.2020)