Ntabo Ntaberi war Anführer einer Miliz, die in der umkämpften Provinz Nord-Kivu aktiv war.

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Goma – Der ehemalige Milizenchef Ntabo Ntaberi ist in der Demokratischen Republik Kongo zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Ein Militärgericht in der Stadt Goma befand ihn am Montag für schuldig, für Morde und Vergewaltigungen in den 2010er-Jahren verantwortlich zu sein. Zudem habe er Kindersoldaten unter 15 Jahren rekrutiert und Menschen sexuell versklavt. Das Urteil wurde von Opferverbänden, Nichtregierungsorganisationen und UN-Vertretern begrüßt.

Ntabo Ntaberi, der auch als "Sheka" bekannt ist, war Anführer einer Miliz namens "Nduma Verteidigung von Kongo" (NDC). Er behauptete, in der Provinz Nord-Kivu gegen ruandische Hutu-Rebellen der Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas (FDLR) gekämpft zu haben. Zwei seiner drei Mitangeklagten in dem seit 2018 geführten Prozess wurden ebenfalls für schuldig befunden und zu langen Haftstrafen verurteilt.

Haftbefehl

Eine UN-Untersuchung hatte ergeben, dass die Miliz NDC 2010 bei Angriffen auf 13 Dörfer "287 Menschen getötet, sowie 380 Frauen, Männer und Kinder vergewaltigt" hatte. "Die NDC hat auch mindestens 154 Kinder in seine Reihen rekrutiert", stellte die Uno weiter fest. 2011 wurde ein Haftbefehl gegen Ntaberi ausgestellt. Sechs Jahre später stellte er sich den UN-Friedenstruppen im Kongo (Monusco). (APA, 24.11.2020)