Ibrahimovic ist ob seines Auftritts in der Fußballsimulation empört.

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Seit Jahren lebt eine der erfolgreichsten Videospielserien der Welt von ihren Originallizenzen – Fifa. Dank unzähliger Ligen und der realistischen Darstellung von Spielern wie Ronaldo, Messi und Co kaufen Jugendliche jährlich die Neuauflage. Aus dem Nichts beklagt sich jetzt einer der erfolgreichsten Fußballer der Welt, Zlatan Ibrahimovic, dass sich offenbar andere Firmen mit seinem Namen bereichern.

Emotionales Thema

Auf Twitter lässt Ibrahimovic mit einem Tweet aufhorchen: "Wer hat EA Sports die Erlaubnis gegeben, meinen Namen und mein Gesicht zu verwenden? Fifpro? Mir ist nicht bewusst, dass ich dort Mitglied bin, und wenn ich es bin, dann wurde ich es durch irgendein schräges Manöver, ohne dass ich es wirklich wusste. Und ganz sicher habe ich weder der Fifa noch Fifpro erlaubt, mich zum Geldverdienen zu benutzen."

Schon wenige Kommentare später weist ein Fan auf einen Deal zwischen dem AC Milan und dem Spiel Fifa 21 hin, der im Sommer getroffen wurde. Aus diesem geht klar hervor, dass sich EA die Rechte an der Darstellung der Spieler sowie des Klubs gesichert hat.

In einer Stellungnahme auf spiegel.de erklärt EA: "Um Jahr für Jahr eine authentische Spielerfahrung zu schaffen, arbeiten wir mit zahlreichen Ligen, Teams und einzelnen Talenten zusammen, um uns die Rechte zu sichern, das Aussehen der Spieler im Spiel zu integrieren. Dazu gehört eine seit Langem bestehende Beziehung mit der weltweiten Vereinigung von Profispielern Fifpro, die Partnerschaften mit einer Reihe von Lizenzgebern unterhält und Deals aushandelt, die den Spielern und ihren Gewerkschaften zugutekommen".

Oliver Kahn hat es vorgemacht

Bereits im Jahr 2003 gab es einen ähnlichen Fall. Deutschlands Tormann-Ikone Oliver Kahn ging damals gegen Electronic Arts sogar vor Gericht, weil er mit der realistischen Darstellung seiner Person im Spiel eine Verletzung seines allgemeinen Persönlichkeitsrechts feststellte.

Auch damals argumentierte der Videospielhersteller mit Zahlungen in Richtung der Spielergewerkschaft Fifpro, um genau solche Fälle abzudecken. Kahn konnte den Prozess in zweiter Instanz für sich gewinnen und flog als Konsequenz im Jahr darauf aus dem Spiel – zumindest in der Nationalmannschaft. Dank eines Deals mit dem FC Bayern München war er beim deutschen Rekordmeister sehr wohl realistisch dargestellt. (red, 25.11.2020)