Dem US-Konzern wird vorgeworfen, Schmerzmittel unter Verschleierung von Suchtgefahren vermarktet zu haben.

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Newark – Der Schmerzmittelhersteller Purdue Pharma hat sich wegen Verstößen gegen mehrere US-Bundesgesetze schuldig bekannt, darunter wegen Verschwörung zum Betrug. Das Unternehmen habe am Dienstag vor einem Bundesgericht in Newark im Bundesstaat New Jersey in drei Punkten seine Schuld eingestanden, teilte das US-Justizministerium mit. Gegen Purdue laufen wegen des süchtigmachenden Schmerzmittels Oxycontin tausende Klagen.

Dem US-Konzern wird vorgeworfen, Schmerzmittel unter Verschleierung von Suchtgefahren vermarktet zu haben. Damit wurde aus Sicht der Kläger eine Basis für die Opioid-Epidemie in den USA gelegt, die nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC seit der Jahrtausendwende zu mehr als 450.000 Toten durch Überdosierungen geführt hat und weiterhin in vielen Gegenden der USA Probleme verursacht.

Insolvenzanmeldung in 2019

Mit dem Schuldeingeständnis habe Purdue zugegeben, seine gefährlichen Opioid-Produkte vermarktet und verkauft zu haben, obwohl es Grund zu der Annahme gab, dass sie durch Anbieter an Drogenabhängige gelangen, sagte Staatsanwältin Rachael Honig. Opioide sind zum Teil synthetisch hergestellte Arzneimittel – wie etwa Oxycontin – mit unter anderem schmerzlindernden Eigenschaften.

Nach Angaben des US-Justizministeriums stimmte Purdue im Rahmen der Vereinbarung auch den "höchsten Strafen" zu, die jemals gegen einen Pharmahersteller verhängt wurden. Die Strafen summieren sich demnach auf mehr als 8,3 Milliarden Dollar (sieben Milliarden Euro). Zudem sollen Mitglieder der Eigentümerfamilie Sackler 225 Millionen Dollar zahlen. Allerdings wurde damit gerechnet, dass der tatsächlich gezahlte Betrag aufgrund der Insolvenzanmeldung des Konzerns 2019 deutlich geringer ausfallen wird, wie das "Wall Street Journal" schrieb. (APA, 25.11.2020)