Die Corona-Impfung ist ein heiß begehrtes Gut – auch für Hacker.

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Nach dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Interpol warnt auch der IT-Konzern IBM vor Cyberangriffen auf die Kühlketten für Corona-Impfstoffe. Man habe weltweite Phishing-Aktivitäten gegen Organisationen entdeckt, die mit den Kühlketten beschäftigt seien, teilte der US-Konzern am Donnerstag mit.

"ungewöhnlichen Aufwand"

Corona-Impfstoffe wie die der Pharmakonzerne Biontech und Pfizer oder Moderna müssen unter sehr niedrigen Temperaturen gelagert und transportiert werden. Die US-Agentur für Cyber- und Infrastruktursicherheit verbreitete die Warnung von IBM. Nach Angaben des Konzerns sei eine erfahrene Hacker-Gruppe daran gegangen, Informationen über verschiedene Aspekte der Kühlkette zu sammeln. Sie habe dabei Mails mit dem Namen eines Verantwortlichen des chinesischen Unternehmens Haier verwendet, das ebenfalls auf den Transport und die Lagerung von Impfstoffen spezialisiert ist. Die Hacker hätten einen "ungewöhnlichen Aufwand" betrieben, sagte IBM-Expertin Claire Zaboeva.

Informationen stehlen

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte über Hackeraktivitäten in Verbindung zu Iran, Vietnam, Nordkorea, Südkorea, China und Russland berichtet. Die Gruppen sollen versucht haben, Informationen über die Virus-Behandlung zu stehlen. Auch Interpol verwies auf mögliche Cyberattacken gegen Impfstoff-Firmen. In Deutschland hatte BSI-Präsident Arne Schönbohm vor solchen Angriffen gewarnt. (Reuters, 4.12.2020)