Das UN-Flüchtlingshochkommissariat fordert eine Gleichstellung der subsidiär Schutzberechtigten mit anderen Gruppen.

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Wien/Genf – Das UN-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) warnt vor vermehrter Armut unter subsidiär schutzberechtigten Familien wegen der Corona-Krise. Bereits davor sei diese Personengruppe stark armutsgefährdet gewesen, durch die Pandemie habe sich die Situation vieler Betroffener nochmals verschärft, hieß es am Montag in einer Aussendung. Das UNHCR fordert daher die Gleichstellung mit anderen Gruppen.

Subsidiär Schutzberechtigte können aufgrund von Menschenrechtsverletzungen und Gewalt viele Jahre nicht in ihre Heimat zurück. Sie sind also meist in einer ähnlichen Situation wie Flüchtlinge und haben daher in Österreich Schutz erhalten. In vielen Rechtsbereichen seien sie Flüchtlingen und anderen in Österreich legal aufhältigen Personengruppen gegenüber aber deutlich schlechtergestellt, betont das UNHCR.

Kein Job, keine Beihilfe

"Wenn subsidiär Schutzberechtigte, wie leider so viele Menschen in der aktuellen Krise, ihre Arbeit verlieren, verlieren sie gleichzeitig ihren Anspruch auf Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld", sagt Christoph Pinter, der Leiter von UNHCR Österreich. Familien mit geringen Einkommen würden sogar doppelt getroffen, weil sie auch keine Unterstützung aus der Sozialhilfe erhalten.

Im Sinne der bestmöglichen und nachhaltigen Integration appelliert das UNHCR daher, subsidiär Schutzberechtigte sowohl beim Bezug von Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld als auch bei der Sozialhilfe mit Flüchtlingen gleichzustellen und die einschlägigen Gesetze rasch anzupassen. (APA, 7.12.2020)