Ludovic Orbans Schritt erfolgte nach einem Vier-Augen-Gespräch mit Staatspräsident Klaus Iohannis.

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In Rumänien hat Regierungschef Ludovic Orban am Montagabend die Konsequenzen aus der überraschenden Wahlpleite seiner liberalen Partei bei der Parlamentswahl vom Vortag gezogen und seinen Rücktritt bekanntgegeben. Er habe nicht vor, sich an das Amt des Ministerpräsidenten zu klammern, zumal die Verhandlungen zur Bildung einer Regierungskoalition schon in den kommenden Tagen anstünden, sagte Orban in einer TV-Ansprache.

Rücktritt nach Gespräch mit Präsident

Orbans Schritt erfolgte nach einem Vier-Augen-Gespräch mit Staatspräsident Klaus Iohannis. Unbestätigten Presseberichten zufolge soll Iohannis dabei angedeutet haben, nach den anstehenden Sondierungsgesprächen mit den Fraktionen Orban kein weiteres Mal mit der Regierungsbildung beauftragen zu wollen.

Die Geschäfte übernimmt interimistisch der amtierende Verteidigungsminister Nicolae Ciucă. Er hatte seinen aktiven Heeresdienst letzten Herbst verlassen, um im Kabinett Orban Minister zu werden. Zu dem Zeitpunkt hatte Ciucă bei Facebook klargestellt, keinerlei politische Ambitionen zu hegen, sondern aus seiner neuen Position heraus lediglich "dem Heer weiter dienen" zu wollen. (red, APA, 7.12.2020)