Mit der Übernahma von Polska Press durch den Mineralölkonzern PKN Orlen versuche die Regierung eine weitere Propagandamaschine zu bauen, lautet der Vorwurf der Opposition gegen den Deal.

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Warschau – Polens Opposition hat den geplanten Kauf einer Gruppe führender Regionalzeitungen und Online-Portale durch den staatlich kontrollierten Mineralölkonzern PKN Orlen kritisiert. "Die Übernahme von Polska Press durch Orlen hat nichts gemeinsam mit der Entwicklung eines Mineralölkonzerns. Mit dem Geld der Polen wird versucht, eine weitere Propagandamaschine zu bauen", schrieb der Chef der größten Oppositionspartei Bürgerplattform (PO), Borys Budka, auf Twitter.

Die nationalkonservative Regierungspartei PiS mache Orlen zu ihrem Gazprom, kritisierte laut der Agentur PAP der frühere Außenminister und heutige Europaabgeordnete Radoslaw Sikorski in Anspielung auf den russischen Energieriesen. PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski habe sich für die ungarische Variante entschieden, immer mehr Medien zu übernehmen, schrieb der Vorsitzende der Partei "Wiosna", Robert Biedron.

20 von 24 in Polen herausgegebene Regionalzeitungen

Am Montag hatte PKN Orlen bekanntgegeben, dass man den Verlag Polska Press von der deutschen Verlagsgruppe Passau übernehme. Die Übernahme umfasse 20 von 24 in Polen herausgegebene Regionalzeitungen und rund 120 regionale Wochenzeitschriften, außerdem 500 Online-Portale.

Auch die Verlagsgruppe Passau bestätigte das Geschäft. Ein Vertrag über den Verkauf von 100 Prozent der Anteile an der Gruppe Polska Press sei am Montag mit dem Mineralölkonzern PKN Orlen unterzeichnet worden, berichtete die zur Verlagsgruppe gehörende "Passauer Neue Presse". Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Der Verkauf muss noch von Kartellbehörden genehmigt werden. (APA, 8.12.2020)