Auf Wöber und Co. wartet Schwerstarbeit.

Foto: AP Photo/Manu Fernandez

Live-Ticker: Salzburg vs. Atletico, Mi., 21 Uhr

Red Bull Salzburg empfängt am Mittwoch um (21 Uhr) Atlético Madrid. Um sich für das Achtelfinale der Champions League zu qualifizieren, ist ein Sieg gegen die Spanier notwendig. Trainer Jesse Marsch hofft auf ein "magische Nacht".

Für Jesse Marsch ist die Zeit reif: "Wir haben viel gelernt, es ist an der Zeit, gegen einen Toptoptopgegner zu gewinnen." Der Trainer von Red Bull Salzburg setzt auf eine "zweite magische Nacht". Mit einem anderen Ausgang. Denn vor rund einem Jahr verpasste Österreichs Serienmeister im letzten Gruppenspiel der Champions League gegen Liverpool den Aufstieg ins Achtelfinale, er verlor daheim 0:2.

Heute gibt es sozusagen eine Wiederholung. Der Gegner ist freilich ein anderer, nämlich Atlético Madrid. Rechenspielchen sind abgesagt, Salzburg muss das Fußballspiel gewinnen. "Wir haben seit Juni über diesen Moment gesprochen. Mit unserer Mannschaft und Mentalität haben wir zu Hause immer eine Chance", gab sich Marsch optimistisch. Dass dieses "Endspiel" gegen den zweifachen CL-Finalisten (2014, 2016) in den Köpfen seiner Spieler fest verankert ist, zeigte sich am Samstag. Da verlor eine Rotationself der Bullen bei der Admira 0:1. Doch das soll Schnee von vorgestern sein. "Wir wollten eine frische Gruppe für Atlético haben", sagte Marsch. Und die habe man nun. Alle seien physisch voll da.

Schlauheit

Bei aller Emotion ("eines der größten Spiele in der Vereinsgeschichte") gelte es, voll konzentriert auf die taktischen Vorgaben zu sein, sagte Marsch. "Selbstvertrauen, Aggressivität, unsere Power und Leidenschaft" seien gefragt, aber eben auch der Kopf. "Wir müssen aggressiv, aber auch schlau, geduldig sein. Wir müssen verstehen, dass es nicht nötig ist, die Partie in den ersten 20, 30 Minuten zu gewinnen."

Der Respekt vor dem Gegner ist freilich hörbar. "Im Moment ist Atlético überragend", sagte Marsch. "Sie haben wenige Tore kassiert und stark gespielt. Es wird ganz eng von Anfang an. Beide Teams geben nicht viel her." Stürmer Mergim Berisha, der mit vier Toren sechstbester Scorer in der Königsklasse ist, fühlt sich bereit für "den Griff nach den Sternen. Wir haben sehr oft gezeigt, dass wir gegen so einen Gegner mithalten können."

Bollwerk

Atlético, Tabellenführer in Spanien, ist quasi ein Bollwerk. Nach zehn Runden hält man bei 26 Zählern, das Torverhältnis lautet 21:2. Goalie Jan Oblak kennt das Gefühl, einen Ball aus dem Netz zu holen, praktisch nicht. Zumindest in der Primera Division. In der Champions League unterlagen die "Colchoneros" Bayern München 0:4, auch beim 3:2-Erfolg gegen Salzburg waren defensive Schwächen nicht zu leugnen. "Ja, die Champions League bereitet uns Kopfzerbrechen", sagte Trainer Diego Simeone. "Es wird ein sehr hartes Spiel gegen Salzburg, eine schnelle, dynamische Mannschaft, die absolut konkurrenzfähig ist, keinerlei Angst hat." (APA, hac, 8.12.2020)

CL, Gruppe A, 6. Runde:

Red Bull Salzburg – Atletico Madrid (Wals-Siezenheim, Red Bull-Arena, 21.00 Uhr/live Sky, keine Zuschauer erlaubt/wegen Coronavirus-Pandemie, SR Anthony Taylor/ENG)

Salzburg: Stankovic – Kristensen, Ramalho, Wöber, Ulmer – Okugawa, Mwepu, Junuzovic, Szoboszlai – Berisha, Daka

Ersatz: Coronel, Walke – Vallci, Farkas, Onguene, Solet, Ashimeru, Sucic, Okafor, Adeyemi, Koita

Es fehlen: Bernede (wieder im Training nach Schienbeinbruch), Camara (gesperrt)

Atletico: Oblak – Trippier, Savic, Felipe, Hermoso, Carrasco – Llorente, Koke, Saul Niguez – Joao Felix – Suarez

Ersatz: Grbic, San Roman – Lodi, Vrsaljko, Torreira, Lemar, Herrera, Vitolo, Toni Moya, Correa, Saponjic

Es fehlen: Costa (Blutgerinnsel), Gimenez, M. Sanchez (beide Oberschenkel)

Ebenfalls am Dienstag: Bayern München – Lok Moskau (21.00)