Bestürzung über das Wahlergebnis bei den Anhänger Donald Trumps.

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Der Präsident besuchte unterdessen ein College Football-Spiel und posierte in ...

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... und vor den Zuschauerrängen der US-Army-Mannschaft.

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Tausende Unterstützer des abgewählten US-Präsident Donald Trump haben am Samstag in Washington erneut gegen das Wahlergebnis demonstriert. US-Medien berichteten, zahlreiche Demonstranten hätten sich im Zentrum der amerikanischen Hauptstadt versammelt. Aufgerufen hatten zu der Kundgebung unter anderem die rechtsradikalen Proud Boys und weitere Gruppen.

Aber auch Trump-Unterstützer, die dieser Gruppe nicht angehören, waren dabei. Eine Rede hielt unter anderem der Ex-General Michael Flynn, Trumps früherer Sicherheitsberater, den der Präsident jüngst durch eine Begnadigung vor rechtlicher Verfolgung für mehrere mutmaßliche Verbrechen bewahrte.

Niederlage vor Gericht

Bereits vor knapp einem Monat hatten Tausende Demonstranten in Washington für Trump demonstriert. Der Republikaner hatte die Wahl am 3. November gegen den Demokraten Joe Biden verloren. Trump sieht sich durch Wahlbetrug um seinen Sieg gebracht und erkennt seine Niederlage nicht an. Anwälte des Trump-Lagers haben bislang keine Beweise für massiven Betrug vorgelegt. Dutzende Klagen blieben erfolglos. Biden soll am 20. Januar in Washington vereidigt werden soll.

Zuletzt hatte am Freitagabend der Supreme Court eine Klage des Staates Texas nicht zugelassen, mit der Trump-Anhänger eine Annullierung der Wahlresultate in vier Bundesstaaten erreichen und dem Präsidenten damit den Sieg zuschanzen wollten. Unter anderem hatte der Justizminister von Texas, der Republikaner Ken Paxton, damit erreichen wollen, dass alle vier Staaten keine Wahlleute in die Wahlleuteversammlung entsenden dürfen. Damit hätte Trump diese Abstimmung gewonnen. Andernfalls wollte Paxton eine Verschiebung des Votums erreichen.

Allseits enttäuschter Präsident

Trump schrieb am Samstag: "Das ist ein großer und skandalöser Justizirrtum. Das Volk der Vereinigten Staaten wurde betrogen und unser Land blamiert." Der amtierende Präsident behauptete erneut, er habe die Wahl nicht verloren, sondern mit einem "Erdrutschsieg" gewonnen. Trump kündigte an, sich weiter gegen seine Niederlage zu wehren. "Wir haben gerade erst angefangen zu kämpfen!!!", schrieb er in Großbuchstaben.

Kritik äußerte Trump auch an Justizminister William Barr. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, dass Barr bereits seit dem Frühjahr von Ermittlungen gegen Joe Bidens Sohn Hunter Biden gewusst habe. Barr habe diese Ermittlungen aber aus dem Wahlkampf heraushalten wollen, weil diese nichts mit Biden Sr. zu tun hatten. Trump retweetete eine Twitter-Nachricht, in der Barrs Entlassung gefordert wurde, sollte der Bericht zutreffen. Der Präsident schrieb dazu: "Eine große Enttäuschung!" (red, APA, 12.12.2020)