Ob eine Person innerhalb von drei Monaten wechselnde Sexualpartner oder eine feste Beziehung hatte, wird künftig entscheidend sein.

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London – Homo- und bisexuelle Männer werden künftig in Großbritannien beim Blutspenden nicht mehr anders behandelt als andere Spender, teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Bisher dürfen Männer kein Blut spenden, wenn sie in den drei Monaten davor Sex mit einem Mann gehabt hatten. Künftig soll nur noch ausschlaggebend sein, ob eine Person innerhalb von drei Monaten wechselnde Sexualpartner oder eine feste Beziehung hat – unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung.

Bei der Auswahl von Blutspendern soll stattdessen stärker als bisher ein Fokus auf riskante Sexualpraktiken wie den sogenannten Chem-Sex gelegt werden, eine Form von Geschlechtsverkehr mehrerer Beteiligter unter dem Einfluss von Drogen. Die neue Regelung soll ab dem Sommer 2021 gelten. Gesundheitsminister Matt Hancock bezeichnete die Entscheidung als positiven Schritt, der "Einzelne nach ihren Handlungen bewertet und nicht nach ihrer sexuellen Orientierung".

In Österreich sind derzeit Männer, die in den vergangenen zwölf Monaten Sex mit Männern (MSM) gehabt haben, von der Blutspende ausgeschlossen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat Anfang Oktober angekündigt, dies noch heuer ändern zu wollen. Am 1. Dezember fand dazu ein Expertenhearing im Gesundheitsausschuss des Nationalrats statt. Michael Amort von der FH Joanneum betonte dabei unter anderem, dass die aktuelle Regelung in Österreich jedenfalls diskriminierend sei. Bei der Fragestellung dürfe nicht auf die sexuelle Orientierung, sondern müsse auf das Verhalten des Einzelnen abgestellt werden. (APA, 14.12.2020)