Strand Los Iros bei Erin, 24. November: abgeschobene Venezolaner.

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Caracas – Beim Versuch, von Venezuela auf die Karibikinsel Trinidad zu gelangen, sind zumindest 14 Menschen ertrunken. Am Samstag fand die venezolanische Küstenwache elf im Wasser treibende Leichen vor Güiria im Bundesstaat Sucre, am Sonntag wurden drei weitere Tote am Strand entdeckt. Die Körper waren mit Seilen zusammengebunden, wodurch sich die Flüchtlinge offenbar vor dem Seegang schützen wollten.

Die Behörden Trinidads dementierten Berichte, denen zufolge den Migranten die Einreise verweigert worden sei: In letzter Zeit habe man keine Boote aufgehalten, wurde verlautbart. Am Montag wurde der Besitzer des Bootes "Mis Recuerdos" festgenommen, gab Generalstaatsanwalt Tarek William Saab bekannt. Luis Alí Martínez (56) soll wegen Menschenhandels vor Gericht gestellt werden.

Mindestens 40.000 Venezolaner leben im Karibikstaat Trinidad und Tobago, der Großteil ist wegen der Wirtschaftskrise geflüchtet. Laut Angaben der Internationalen Organisation für Migration haben mittlerweile über fünf der knapp 29 Millionen Venezolaner das Land verlassen.

Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Aus Mangel an Devisen und wegen zahlreicher US-Sanktionen kann es kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Laut einer Studie der katholischen Universität Andrés Bello leben 96 Prozent der Haushalte in Armut.

Zudem wird das Land seit fast zwei Jahren von einem Machtkampf zwischen der Regierung von Staatschef Nicolás Maduro und dem selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó gelähmt. Die Vereinten Nationen werfen den Sicherheitskräften schwere Menschenrechtsverletzungen vor. (red, APA, 14.12.2020)