Bei Symrise geht es rund.

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Der Duft- und Aromenhersteller Symrise ist Opfer einer Cyberattacke geworden. Davon seien die Kommunikationssysteme des Unternehmens in Deutschland und weiteren Ländern betroffen, sagte ein Symrise-Sprecher am Dienstag. Produktionssysteme oder SAP-Anwendungen seien davon nicht berührt. Der Angriff sei am Wochenende festgestellt worden, nachdem Mitarbeiter IT-Probleme gehabt hätten. Symrise habe als reine Vorsichtsmaßnahme seine Produktion in Teilen angehalten, andere Produktionsbereiche liefen aber weiter. Die Produktion sei nicht vollständig heruntergefahren worden, sagte der Sprecher. Ziel sei es, die Kommunikationssysteme in Kürze wieder herzustellen. Symrise stehe im Austausch mit den Behörden und dem Landeskriminalamt.

Lage

Das "Handelsblatt" vom Dienstag hatte zuvor berichtet, eine Cyberattacke habe den Duft- und Aromenhersteller aus dem niedersächsischen Holzminden "lahmgelegt". Die Arbeit an den Standorten sei nur sehr eingeschränkt möglich, große Teile der Produktion hätten vorübergehend eingestellt werden müssen. "Bei dem Hackerangriff handelt es sich um eine kriminelle Aktion unbekannter Täter mit erpresserischer Absicht", zitierte die Zeitung eine Mitarbeiterinformation. Die Aktien verloren zum Handelsauftakt in Frankfurt 1,6 Prozent.

Berichte über Cyberattacken haben in letzter Zeit deutlich zugenommen. Zuletzt war davon etwa die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) betroffen. Dabei wurde auf Dokumente zu den Covid-19-Impfstoffen der Partner Biontech und Pfizer sowie von Moderna zugegriffen, die gegenwärtig auf eine Zulassung ihrer Vakzine warten. (Reuters, 15.12.2020)