Nach der Bestätigung durch das Electoral College dürfte nun dem letzten Zweifler klar sein: Joe Biden wird der nächste US-Präsident. Der aktuelle macht allerdings keinerlei Anstalten, die Fakten anzuerkennen. Das ist verstörend und stimmig zugleich. Dem Milliardär und skrupellosen Geschäftsmann Trump ging es noch nie darum, den USA und ihren Menschen als Präsident zu dienen. Auf seiner Agenda stand immer nur die Optimierung der Marke Trump.

Joe Biden wird der nächste US-Präsident.
Foto: REUTERS/MIKE SEGAR

Dass er nun die letzten Monate vor der Amtsübergabe nutzt, um das Maximum herauszuholen, verwundert nicht. Da ist einerseits sein Bemühen, sich jetzt noch davor zu schützen, dass er später für etwaige Steuervergehen belangt werden kann. Andererseits eignet sich die Verschwörungstheorie vom gestohlenen Sieg hervorragend zur Mobilisierung von Spenden. Es klingeln die Kassen, viele Trump-Fans wollten bisher beitragen. Und da nur Großspenden ab 5000 Euro für die aussichtslosen Klagen gegen das Wahlergebnis verwendet wurden, wurde der Rest in die Taschen der Partei und Trumps gespült.

Aufgrund der laschen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung ist nicht klar geregelt, wofür das Geld eigentlich verwendet werden darf. Das mag eine Erklärung dafür sein, dass bisher kaum ein führender Republikaner versucht hat, Trumps Feldzug gegen die Demokratie aufzuhalten. Der Rücktritt von William Barr und die nun bestätigte Gültigkeit des Wahlergebnisses haben die Partei wachgerüttelt. Es ist vorbei. (Manuela Honsig-Erlenburg, 15.12.2020)