In den USA erkranken auch viele junge Menschen schwer an Covid-19, etliche sterben – weit mehr als in Österreich.

Foto: AP/Jae C. Hong

Washington – Während in Europa seit Pandemiebeginn überwiegend ältere Menschen an einer Covid-19-Erkrankung verstorben sind, hat die Seuche in den USA die Mortalität auch in jüngeren Altersgruppen steigen lassen. Laut einem im "Journal of the American Medical Association" am Mittwoch veröffentlichten Forschungsbrief gab es dort heuer von 1. März bis 31. Juli in der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen eine Übersterblichkeit von 38 Prozent durch das Coronavirus.

Laut Jeremy Samuel Faust vom Brigham and Women's Hospital in Boston sowie Kolleginnen und Kollegen starben im Untersuchungszeitraum USA-weit 4.535 Menschen zwischen 25 und 44 Jahren an Covid-19. Die Übersterblichkeit in dieser Altersgruppe betrug insgesamt 11.899 Fälle, wobei zum Vergleich derselbe Zeitraum im Jahr 2018 herangezogen wurde.

Rolle der Opioidkrise

Ein Großteil der Verstorbenen fiel Opioiden zum Opfer, also Suchtmitteln mit morphinähnlichen Eigenschaften. Substanzmissbrauch ist in den USA in allen Altersgruppen ein großes Problem. Grund dafür ist eine verbreitete Abhängigkeit von Schmerzmitteln, die legal erhältlich und im Alltag gebräuchlich sind und die vielfach eine Einstiegsdroge zu Heroin und anderen illegalen Mitteln darstellen. Bei Amerikanern unter 50 Jahren ist eine Drogenüberdosis seit Jahren die häufigste Todesursache.

In Österreich ist im Corona-Jahr bis dato keine Übersterblichkeit in den jüngeren Bevölkerungsgruppen feststellbar. Von Pandemiebeginn bis inklusive Mittwoch starben 18 Menschen unter 45 und 85 Menschen unter 55 Jahren an Covid-19. (bri, 18.12.2020)