Mittlerweile laufen in den USA drei Kartellverfahren gegen Google.

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Die Justizminister von 38 US-Bundesstaaten haben am Donnerstag Klage gegen Google wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Kartellrecht eingereicht. Es ist das dritte derartige Verfahren gegen den Internet-Konzern in kurzer Folge. Colorado und die anderen Bundesstaaten werfen Google nun Verstöße im Zusammenhang mit seinem Such-Geschäft und der Werbung vor. Sie beantragten, die Klage mit einer zusammenzulegen, die im Oktober vom Justizministerium eingereicht wurde.

Vorwurf

Konkret geht es dabei um Vorwürfe, die nicht ganz neu sind, und bereits in anderen Verfahren vorgebracht wurden. So wird Google vorgeworfen, eigene Services in seiner Suchmaschine zu bevorzugen, und damit Konkurrenten aus dem Mark zu verdrängen. Dabei bezieht man sich vor allem auf die Praxis diverse Infoboxen einzublenden, also etwa Google-Maps-Karten ganz oben in den Suchergebnissen zu reihen, wenn nach einem Ort gesucht wird – was zum Nachteil von Firmen wie Yelp sei. Google solle diese Praxis einstellen, fordern die Kläger.

Google reagiert auf dieses Vorwürfe mit einem eigenen Blogposting – und mit gewohnten Argumenten: All diese Funktionen wären ein fixer Bestandteil der Suche, sie zu entfernen würde die Qualität des Services substantiell verringern – und somit nicht im Interesse der Nutzer. Eine Suchmaschine sei heutzutage nicht einfach mehr einfach eine Auflistung von Links, sondern müsse direkt Antworten liefern. Dies hätten auch Konkurrenten wie Microsoft erkannt, die bei Bing dieses Design kopiert hätten.

Viele Klagen

Getrennt davon hatten am Mittwoch mehrere Bundesstaaten unter der Führung von Texas Google verklagt. Eine Stellungnahme des Konzerns lag nicht vor, die Aktie gab im Verlauf leicht nach. Neben den nun drei Klagen gegen Google wurden in diesem Monat zwei gegen Facebook eingerechnet. Zusammengenommen gelten sie als die größten Kartellverfahren der jüngsten Zeit und werden bereits jetzt mit dem Verfahren 1998 gegen Microsoft verglichen. Dieses gilt als wichtiger Schritt für das spätere, explosionsartige Wachstum des Internets. Die großen Internet-Konzerne stehen gegenwärtig in Washington bei Demokraten sowie den Republikanern von Präsident Donald Trump in der Kritik, eines der wenigen Themen, bei denen unter den Parteien Einigkeit herrscht. (red/Reuters, 18.12.2020)