Kommen künftige Surface-Geräte mit eigenen Prozessoren von Microsoft? (im Bild Panos Panay bei der Präsentation des Surface Duo)

Foto: Mark Lennihan / AP

Das Jahr 2020 wird nicht als Highlight in die Geschichte von Prozessorhesteller Intel eingehen. Nachdem vor einigen Wochen Apple den Wechsel von Intel-CPUs auf ARM-basierte Chips aus eigener Fertigung begonnen hat, mehrt sich nun die Zahl jener Firmen, die ebenfalls über Alternativen zur x86-Welt nachdenken.

Microsoft

Neuster Eintrag: Laut einem Bericht von Bloomberg arbeitet Microsoft derzeit an eigenen Prozessoren auf Basis der ARM-Architektur. Diese sollen sowohl in kommenden Geräten der Surface-Reihe als auch in den Rechenzentren des Unternehmens zum Einsatz kommen. Vor allem zweiteres könnte langfristig ein schwerer Schlag für Intel sein.

Gegenüber US-Medien widerspricht Microsoft dem Bericht zumindest schon einmal nicht. Die Chipentwicklung sei ein wichtiger Baustein für Technologie im Allgemeinen, insofern inverstiere man hier natürlich weiter – und zwar auch bei Design und Fertigung, heißt es in einem Statement gegenüber The Verge.

Vorgeschichte

Eine wirkliche Überraschung wäre ein solcher Schritt aus mehreren Gründen nicht. Einerseits kooperiert man jetzt schon für die SQ1 und SQ2 Prozessoren des Surface Pro X mit Qualcomm, und hat also entsprechendes Know-How gesammelt. Vor allem aber geht die Entwicklung auch bei der Konkurrenz in diese Richtung. Schon seit dem Vorjahr setzt Amazon bei seiner Cloud-Plattfom AWS zu einem – derzeit noch geringen – Teil auf eigene Prozessoren. Auch die Graviton-Chips basieren dabei auf der ARM-Architektur. Dazu kommt noch, dass schon im Vorjahr zu hören war, dass auch Google an eigenen Chips auf ARM-Basis arbeitet – vor allem allerdings mit dem Fokus auf künftige Chromebooks und Android-Smartphones. (apo, 21.12.2020)