Die Köpfe zusammenstecken: No-Go in der Pandemie, aber ein Reflex beim Fotografieren.

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Es sind die vielen selbstverständlichen Dinge, die dieses Jahr überdacht werden müssen. Lieb gewonnene Traditionen mussten verändert werden. Wer sich trifft, sollte sich testen lassen, um sicherzugehen, dass keine Ansteckung stattgefunden hat. "Ein Antigentest ist nur eine Momentaufnahme", sagen Experten und Politiker unisono. Will heißen: Die, die heuer gemeinsam feiern, sollten unbedingt auch die Abstandsregeln weiter einhalten.

Leichter gesagt als getan. Eine tatsächlich große Gefahr für Infektionen sind Smartphones. Sie verleiten dazu, die Köpfe zusammenzustecken. Eine Übersicht über infektionsgefährliche Situationen.

  • Das Weihnachtsfoto: Wenn schon nicht die ganze Familie zusammenkommen darf, dann sollten doch von den verkleinerten Weihnachtsfeiern Fotos geschickt werden. Doch dieser gute Gedanke ist riskant. Wenn mehr als drei Menschen fotografiert werden sollen, können die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Es gibt nur eine Lösung: entweder Einzelaufnahmen oder das Weihnachtsgruppenfoto mit FFP2-Masken.
  • Fotos ansehen: Wenn Freunde und Familien zusammenkommen, werden gerne die Erlebnisse der letzten Monate ausgetauscht. Im 21. Jahrhundert heißt das, sich Fotos auf dem Handy zu zeigen. Wer nicht nur die Bilder, sondern auch die Erklärungen dazu bekommen will, muss automatisch zu zweit auf einen kleinen Smartphone-Bildschirm schauen. Das ist eine Infektionsgefahr. Ein Ausweg: Fotos über den TV-Bildschirm abspielen. Dann können die Abstandsregeln eingehalten werden.
  • Bildtelefonate: Wer nicht gemeinsam feiern kann, der ruft dann doch wenigstens an. Verführerisch ist ein Telefonat mit aktivierter Kamera. Es eröffnet die Illusion, dass man doch irgendwie gemeinsam versammelt sei. Allein, gerade die Bildtelefonie ist gefährlich: Wenn alle auf dem Bildschirm zu sehen sein sollen, müssen die Abstandsregeln verletzt werden. Die Lösung: ohne Bild telefonieren. Das Handy in die Mitte legen und ohne Kamera sprechen.
  • Software-Dinge erklären: Junge kennen sich mit ihren Smartphones und Computern gut aus, Ältere weniger. In vielen Familien werden Familienfeste genutzt, um diesbezüglich Wissen auszutauschen. Will heißen: Die Jungen richten den Älteren praktische Apps ein, machen längst fällige Updates am Computer oder schenken dem Opa endlich eine E-Mail-Adresse, weil es ohne fast nicht mehr geht. An sich ist das generationsübergreifend fantastisch, doch infektionstechnisch nicht empfehlenswert. Denn Ältere brauchen die Erklärungen der Jungen, die ihnen zeigen, auf welche Icons sie klicken müssen. Deshalb: unbedingt eine FFP2-Maske bei solchen Aktionen tragen.
  • Gemeinsam Videoclips ansehen: Mitunter geht einem auch der Gesprächsstoff aus. Um die Konversation in der "Stillen Nacht" aufrechtzuerhalten, hat es sich in den letzten Jahren etabliert, Videos von Dingen zu zeigen, die entweder lustig, interessant, skandalös oder erhellend sind. Viele davon werden gerne über Plattformen wie Twitter geteilt. Wer sie anderen zeigen will, sollte sie Weihnachten 2020 besser an sein Gegenüber weiterschicken, auch wenn dieser Mensch nur drei Meter entfernt am Tisch sitzt. Wenn jeder getrennt schaut, reduziert es das Infektionsrisiko. (Karin Pollack, 24.12.2020)