Kurz vor dem Ärmelkanal stauten sich die Lastwagen.

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London – Großbritannien und Frankreich werden einen Plan zur Wiederaufnahme des Güterverkehrs beschließen, nachdem der britische Premierminister Boris Johnson und der französische Präsident Emmanuel Macron Maßnahmen zur Wiederöffnung der französischen Grenze vereinbart haben, berichtete die BBC. Die Maßnahmen werden ab Mittwoch gelten, sagte die BBC unter Berufung auf den französischen Europaminister Clément Beaune.

Informationen noch am Dienstag

Die britische Innenministerin Priti Patel sagte dem Fernsehsender Sky, sie werde noch im Laufe des Dienstags über den Stand der Verhandlungen mit Frankreich informieren. "Wir arbeiten daran, eine Lösung zu finden", so Patel. "Es ist in unser beider Länder Interesse, den Verkehrsfluss zu sichern." Man habe bereits die letzten 24 Stunden mit den Kollegen in Frankreich gesprochen und werde sehen, was sich am Dienstag ergebe.

Zu Wochenbeginn kam der Handel zwischen Großbritannien und dem Kontinent weitgehend zum Erliegen. Wie andere EU-Mitglieder riegelte Frankreich seine Grenze zur Insel komplett ab, der wichtigste Ärmelkanalhafen Dover musste schließen. Bis Montagnachmittag hatten sich auf den Zufahrtsstraßen Lastwagenstaus von bis zu 50 Kilometer Länge gebildet.

Verkehr vollständig gestoppt

Wegen einer neuartigen Mutation von Sars-CoV-2, die vor allem in Großbritannien aufgetreten ist, sperrten benachbarte Regierungen ihre Grenzen für Reisende aus dem Königreich. Zu 17 europäischen Ländern gesellten sich am Montag fernere Nationen wie Indien, Russland und Kanada. Während die Niederlande sämtliche Flüge verboten, durften Lastwagen weiterhin einreisen. Hingegen sperrte Frankreich in der Nacht zum Montag die Grenze komplett. Dadurch kam nicht nur der Zugverkehr durch den Eurotunnel zum Erliegen, sondern auch der Fährverkehr zwischen den Häfen von Calais und Dover. Dort werden an normalen Tagen 10.000 Lastwagen transportiert und rund 30 Prozent des gesamten Außenhandels der Insel abgewickelt. (Reuters, red, 22.12.2020)