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Schon am Freitag sorgte Alvin Kamara jedem seiner Fantasy-Owner für ein ordentliches Weihnachtsgeschenk. Der Runningback der New Orleans Saints sorgte beim 52:33 Sieg seines Teams über die Minnesota Vikings mit sechs Touchdowns (22 Carries, 155 Yards) für die Einstellung eines 91-Jahre alten Rekords: Ernie Nevers lief 1929 im Lokalderby zwischen den Chicago Cardinals und den Chicago Bears ebenfalls sechs Mal in die Endzone. Minnesota hatte absolut keine Antwort auf jeglichen Laufspielzug der Saints, konnte aber Drew Brees (19/26, 311 Yards) zwei Mal intercepten. Durch den Sieg holt sich New Orleans zum vierten Mal in Serie die Krone in der NFC South, Minnesota ist jetzt offiziell eliminiert.

Minnesota Vikings (6-9) 33:52 New Orleans Saints (11-4)

Perfekt im Schneetreiben

Es ist ein altbekanntes "Geheimnis", dass sich die Green Bay Packers zu Hause im Schnee besonders wohlfühlen. Die Partie gegen die Tennessee Titans mutierte zu einer Snowbow in der Packers-QB Aaron Rodgers eine fast makellose Partie ablieferte: Der zweimalige MVP warf 231 Yards und brachte 21 von 25 Pässe für vier Touchdowns an. Nur eine Interception im Schlussviertel verhindert ein perfektes Spiel des 37-Jährigen. Rodgers spielt 2020 herausragend, steht bei 3.828 Passing Yards mit 40 Touchdowns und bei vier Picks und einer Completion-Rate von 69.6%. Nur Patrick Mahomes kann ihm eine dritte MVP-Trophäe wegschnappen – mit dem Ende der Regular Season in Sicht, darf Rodgers aber jetzt als Favorit gesehen werden.

Green Bay überrollte Tennessee mit allem was sie zu bieten haben: Wide Receiver Davante Adams fing elf Bälle für 142 Yards und drei Touchdowns, was seine Saisonausbeute auf 17 Touchdowns und 1.328 Yards erhöhte. Rookie A.J. Dillon wurde als Leadback eingesetzt, bekam 21 Carries und lief im Schnitt 5.9 Yards, für einen Raumgewinn von 124 Yards bei zwei Scores. Aaron Jones, die etatmäßige Nummer eins (aber auch Free Agent nach der Saison) ergänzte mit 94 weiteren Yards. Tennessee hat weiterhin keine Defensive – 488 Yards wurden zugelassen.

Und nur 260 Yards offensiv dagegengesetzt. Voraussetzungen die nach einem 200+ Rushing-Yards von Derrick Henry schrien (tatsächlich lief er für 98 Yards), in dem Ryan Tannehill aber auch ordentlich werfen durfte: 24 Versuche, elf Completions, 121 Yards, ein TD auf Jonnu Smith und zwei Picks. Selbst steuerte der QB noch einen Rushing-Touchdown bei. Eine Niederlage die man wohl schnell vergessen will. Kommenden Sonntag reicht ein Sieg, um die Playoffs zu fixieren. Umgekehrt geht es für die Packers noch um den ersten Spot in der NFC, der ebenfalls mit einem Sieg fixiert werden kann.

Tennessee Titans (10-5) 14:40 Green Bay Packers (12-3)

Fitzmagic is back

Was macht man, wenn die eigene Offense nicht klickt, das Spiel aber noch zehn Minuten lang geht und ausgeglichen ist? Richtig, man bringt Ryan Fitzpatrick und verbannt Rookie Tua Tagovailoa auf die Bank. Tua (17/22, 94 Yards, TD) fand gegen die Las Vegas Raiders keinen Ryhtmus, seine Offensive sammelte zu häufig three-and-out, denn Punkte. Auftritt Fitzpatrick also, natürlich warf er noch einen Touchdown auf Myles Gaskin (14 Carries, 87 Yards, fünf Receptions, 82 Yards, zwei TDs) um sein Team mit 23:22 in Front zu bringen. Half aber zwischenzeitlich nicht viel, die Raiders um Derek Carr (21/34, 336 Yards, TD) konnten die Uhr verhältnismäßig gut runterspielen, das Feld überqueren und durch Kicker Daniel Carlson 19 Sekunden vor Ende mit 25:23 in Führung gehen.

Dann endgültig legendärer Auftritt von Fitzpatrick: Mit der Mutter aller No-Look-Pässe fand er seinen Receiver Mack Hollins zum Raumgewinn von 34 Yards, durch eine Roughing the Passer-Strafe bekamen die Dolphins 15 weitere Yards zugesprochen. Fitzpatrick versuchte noch einen Pass, der sein Ziel aber verfehlte. Egal, Kicker Jason Sanders behielt die Nerven und verwandelte das 44-Yard Field Goal zum 26:25-Sieg. Tua wird kommende Woche gegen die Bills wieder starten, Veteran Fitzpatrick dürfte wieder bereit sein, wenn man auf ihn zählen muss.

Damit sind die Dolphins weiterhin mittendrin im Playoff-Rennen, während sich die Raiders nach einem weiteren katastrophalen Saison-Finish selbst jegliche Postseason-Chancen nahmen.

Miami Dolphins (10-5) 26:25 Las Vegas Raiders (7-8)

Cardinals müssen sich gedulden

Die Arizona Cardinals fanden gegen eine clevere Defensive der San Francisco 49ers kein Mittel zum Erfolg und mussten sich dementsprechend mit 12:20 geschlagen geben. Die 49ers verstanden es, DeAndre Hopkins (acht Receptions, 48 Yards) aus dem Spiel zu nehmen und Kyler Murray (31/50, 247 Yards, INT) damit die größte Waffe der Offensive zu nehmen. Es fiel wieder einmal auf – der Plan B fehlt den Cardinals vollkommen, die Chancen auf einen Sieg wären durchaus gegeben gewesen. An der Umsetzung mangelte es aber doch sehr stark.

San Francisco 49ers (6-9) 20:12 Arizona Cardinals (8-7)

Endlich wieder Playoffs

Dreizehn lange Jahre mussten sich Fans der Tampa Bay Buccaneers gedulden, durch den deutlichen 47:7 Sieg bei den Detroit Lions, ist das Team von Tom Brady nun fix in den Playoffs. Brady (22/27, 348 Yards, vier TDs) spielte nur eine Halbzeit, zeigte dabei aber eine große Show und warf Touchdowns auf Mike Evans (insgesamt zehn Receptions, 181 Yards, zwei TDs), Chris Godwin (fünf Receptions, 84 Yards, TD), Rob Gronkowski (zwei Receptions, 58 Yards, zwei TDs) und Antonio Brown (vier Receptions, 35 Yards, TD). Blaine Gabbert übernahm in Hälfte zwei warf 143 Yards (9/15) und zwei TDs, auch er hatte mit der "Defensive" der Lions keine Probleme.

Bei Detroit fehlte nahezu der gesamte Choaching-Staff nach einem Corona-Kontakt und QB Matthew Stafford verletzte sich im ersten Drive. Entschuldigung darf das aber für dieses Katastrophen-Spiel keine sein. Tampa Bay gnadenlos und richtig heiß, jetzt auch ganz sicher in der Postseason.

Tampa Bay Buccaneers (10-5) 47:7 Detroit Lions (5-10)

Steelers erkämpfen sich die Krone

Die jüngsten Spiele der Pittsburgh Steelers waren sehr viel, sicherlich aber nicht erfolgreich. Auch gegen die Indianapolis Colts sah es sehr lange Zeit nicht sehr gut aus – zu Beginn des dritten Viertels lag das Team um QB Ben Roethlisberger schon mit 7:24 zurück. Dann legte Big Ben los, beendete das Spiel mit 342 Yards (34/49) und drei Touchdowns und führte seine Mannschaft noch zum 28:24 Sieg. JuJu Smith-Schuster (neun Receptions, 96 Yards, TD), Diontae Johnson (acht Receptions, 75 Yards, TD) und Eric Ebron (fünf Receptions, 47 Yards, TD) kamen nach einem Pass mit dem Ball in die Endzone, James Conner (fünf Carries, 20 Yards) einmal per Lauf. Den ganzen Creidt Roethlisbergers Offensive zu geben, wäre nicht gerecht, die Defensive der Steelers hielt wenn sie musste, sackte Philip Rivers fünf Mal (zwei Sacks von T.J. Watt, der damit bei 15 Sacks in dieser Saison steht) und fing einen Ball von ihm ab. Das Laufspiel hingegen bleibt eine enorme Baustelle, wie schon in den letzten Wochen ging fast nichts über diesen Weg.

Indianapolis sah wirklich lange wie der fixe Sieger dieses Spiels aus, startete heiß und dominant auf beiden Seiten des Balls, nur um dann gestoppt zu werden. Rivers (22/35, 270 Yards, TD, INT), Jonathan Taylor (18 Carries, 74 Yards, zwei TDs) und Zach Pascal (drei Receptions, 64 Yards, TD) versuchten viel, scheiterten aber auch an sich selbst (Rivers Fumble im zweiten Viertel der an die drei Yard-Linie getragen wurde).

Damit geht die AFC North an die Steelers, die Colts müssen kommende Woche gewinnen und auf eine Niederlage der restlichen, besser platzierten Teams hoffen.

Indianapolis Colts (10-5) 24:28 Pittsburgh Steelers (12-3)

Chiefs #1

Der Super Bowl-Sieger der abgelaufenen Saison beendet auch die aktuelle Spielzeit auf Platz 1 der AFC: Die Kansas City Chiefs sicherten sich das Heimrecht für die Playoffs und eine zusätzliche Bye-Week. Ein nicht wirklich schöner 17:14 Sieg über die Atlanta Falcons reichte dafür aus. Atlanta servierte Kansas City den Erfolg praktisch am Silbertablett: Zwei Minuten vor Ende konnte Falcons-Cornerback A.J. Terrell eine sichere Interception in der eigenen Endzone nicht unter Kontrolle bringen, was Patrick Mahomes (278 Yards, zwei TDs, INT) zum Anlass nahm, doch noch einen zweiten Touchdown zu werfen. Die Flacons gaben aber nicht auf, Matt Ryan (27/35, 300 Yards, zwei TDs) führte sein Team über das Feld und in Field-Goal-Position. NFC-Pro Bowl-Kicker Younghoe Koo scheiterte aber aus 39 Yards – die Verlängerung blieb damit auch aus.

Ein Wort noch zu Trravis Kelce: Der Super-Tight End hat sich in die Rekord-Bücher geschrieben (wieder einmal). Mit 98 Yards bei sieben Receptions baute er seinen Saison-Raumgewinn auf 1.416 Yards aus – George Kittles Bestmarke für die meisten Receiving-Yards von einem Tight End hielt zwei Jahre (1.377 Yards).

Atlanta Falcons (4-11) 14:17 Kansas City Chiefs (14-1)

Bears voll dabei

Die Chicago Bears befinden sich nach Woche 16 immer noch mitten im Playoff-Rennen. Durch einen 41:17 Sieg gegen die Jacksonville Jaguars können die Bären mit einem Sieg im letzten Spiel der Regular Season gegen die Green Bay Packers in die Postseason einziehen – auch mit einer Niederlage könnte es sich ausgehen, vorausgesetzt die Arizona Cardinals verlieren ebenfalls. Dadurch, dass die Packers schon durch sind, dürfte Chicago auf eine Truppe von Ersatzmännern treffen.

Gegen sein Ex-Team spielte Allen Robinson groß auf: 103 Yards, zehn Receptions für den Recveiver, der mit 13 Targets auch Lieblingsanspielstation von Mitchell Trubisky war. Der Quarterback warf für 265 Yards (24/35) und zwei TDs auf Jimmy Graham (vier Receptions, 69 Yards) bei einer – grausamen – Interception. Das Laufspiel funktionierte, David Montgomerry kam auf 95 Yards (23 Carries) und einen Touchdown, wie auch Rookie Artavis Pierce (zwei Carries, 26 Yards) und Trubisky selbst.

Zum Spiel der Jaguars bleibt nicht viel zu sagen. D.J. Chark und Laviska Shenault überzeugen weiterhin, über den Rest breiten wir den Mantel des Schweigens. Jacksonville darf durch die Niederlage und den gleichzeitigen Sieg der Jets im April an erster Stelle im Draft ziehen und sich damit die Dienste von Super-Prospect Trevor Lawrence sichern können. So gehen beide Teams als Gewinner aus dieser Partie.

Chicago Bears (8-7) 41:17 Jacksonville Jaguars (1-14)

Browns gonna Brown?

Die Cleveland Browns werden das Jahr mit einem positiven Record beenden – soviel steht schon fest. Ob sie aber auch in den Playoffs vertreten sind, bleibt noch offen. Durch eine bittere 16:23 Niederlage bei den New York Jets kommt es kommenden Sonntag zum Entscheidungsspiel gegen den AFC North Champion aus Pittsburgh. Mit einem Sieg ist man drin, bei einer Niederlage müssen auch die Indianapolis Colts patzen.

Clevelands Vorbereitung auf die Partie verlief alles andere als glücklich. Der gesamte Receiving-Corps fiel coronabedingt aus, Quarterback Baker Mayfield (28/53, 285 Yards) warf hauptsächlich auch seine Tight Ends Austin Hooper (sieben Receptions, 71 Yards), Harison Bryant (drei Receptions, 37 Yards) und die Runningbacks Nick Chubb (fünf Receptions, 38 Yards) bzw. Kareem Hunt (drei Receptions, 41 Yards). Einzig Practive Squad-Fänger Ja’Marcus Bradley (fünf Receptions, 60 Yards) konnte sich im Offensivspiel einbauen. Die Browns konnten ihr Spiel auch wegen einiger Ausfälle in der O-Line nicht aufziehen, das Laufspiel wurde von einer starken Jets-Defensive komplett unterbunden (18 Carries, 45 Yards, zwei kurze TDs). Zwischenzeitlich kam man zwar bis auf einen Touchdown heran, Turnover von Mayfield (zwei Fumbles) verhinderten aber einen möglichen Erfolg – auch weil sich die Defensive teilweise zu leicht ausspielen ließ.

Die Jets feiern den zweiten Sieg binnen weniger Tage. Ein Team das mit Herz spielt und sich halbwegs versöhnlich aus einer sehr grausamen Saison verabschieden will. Trickspielzüge in der Offensive (Touchdown-Pass von Jamison Crowder auf Braxton Berrios) und die Defensive (vier Sacks) sorgten für den Sieg. Der ewige Frank Gore lief 14 Mal mit dem Ball für 48 Yards und konnte damit als dritter Spieler in der Geschichte der NFL die 16.000 Rushing-Yard-Marke durchbrechen. Den ersten Pick im Draft geben sie mit dem zweiten Sieg aber an die Jacksonville Jaguars ab.

Cleveland Browns (10-5) 16:23 New York Jets (2-13)

Ravens wieder mittendrin

Die Baltimore Ravens haben zur richtigen Zeit noch einmal den Turbo gefunden und stehen dank eines 27:13 Siegs über die New York Giants auf einem Playoff-Platz – noch vor dem Divisionsrivalen aus Cleveland. Ein Sieg gegen die Bengals kommenden Sonntag reicht zum Einzug. Gegen die Giants wählte man das Laufspiel um zum Erfolg zu kommen: Gus Edwards, Lamar Jackson und J.K. Dobbins liefen alle jeweils über 75 Yards und stellten so die Weichen für den deutlichen Sieg. Jackson überzeugte auch per Pass, warf zwei Touchdown-Pässe und 183 Yards (17/26). Die eigentlich starke Defensive der Giants war mit den Ravens überfordert. Dez Bryant scheint in der Endzone das gewünschte Ziel zu sein, wie schon letzte Woche konnte er auch gegen die Giants einen Touchdown fangen. Baltimore ist wieder heiß – gerade zur richtigen Zeit.

Trotzdem – auch für New York lebt der Playoff-Traum noch: Da sowohl das Washington Football Team als auch die Philadelphia Eagles ihre Spiere verloren, bleiben die Giants noch am Leben. Kommende Woche geht es dann um alles.

New York Giants (5-10) 13:27 Baltimore Ravens (10-5)

Die NFC-(L)East Szenarien für Woche 17 zusammengefasst:

Seahawks schnappen sich NFC West

Die Seattle Seahawks sind nach einigen Jahren als Nummer zwei der Division wieder zurück an ihrer Spitze. Durch einen 20:9 Sieg gegen die Los Angeles Rams konnte Russell Wilson (225 Yards, 20/32, TD) sein Team zum Titel führen. Die Partie selbst hatte einen enorm mühsamen Charakter, viel wollte auf beiden Seiten nicht gehen. Wilson lief oft und gerne schnurstracks in Gegenspieler, sein Gegenüber Jared Goff durch Ungenauigkeiten samt grausamer Interception. Goff ist extrem hart im Nehmen, er brach sich während des Spiels den Daumen, beendete die Partie aber dennoch. Viel mehr Positives gibt es zu seiner Leistung aber nicht mehr zu berichten, den Rams fehlt weiterhin ein Plan B, wenn der offensichtliche Plan A scheitert.

Seattles Entwicklung auf defensiver Seite ist deutlich zu sehen. Gegen die Rams konnte man die Endzone vor einem Touchdown schützen – auch in kritischen, weil sehr nahen Situationen. Keine allzu schlechte Entwicklung im Hinblick auf die Postseason. Für die Rams geht es im Showdown mit den Cardinals um vieles, wenn auch nicht alles – solange Chicago nicht gewinnt und man selbst das Spiel verliert.

Los Angeles Rams (9-6) 9:20 Seattle Seahawks (11-4)

Die weiteren Ergebnisse:

Cincinnati Bengals (4-10-1) 37:31 Houston Texans (4-11)

Denver Broncos (5-10) 16:19 Los Angeles Chargers (6-9)

Carolina Panthers (5-10) 20:13 Washington Redskins (6-9)

Philadelphia Eagles (4-10-1) 17:37 Dallas Cowboys (6-9)