Hilaria oder Hillary – Schwindel, Inszenierung oder Identitäts-Gimmick?

Foto: Andy Kropa/Invision/AP

Die Geschichte um Hilaria Baldwin (36) hat alles: Hollywood-Glamour, süße Babys und große Lügen. Nebenbei feuert sie noch eine gesellschaftliche Grundsatzdiskussion an.

Doch von Anfang an. Seit 2012 ist die ehemalige Yogalehrerin die Ehefrau des Schauspielers Alec Baldwin. Mittlerweile unterhält die fünffache Mutter mit ihrem Instagram-Kanal voller niedlicher Kinderfotos und gut ausgeleuchteter Nur-wenige-Tage-nach-der-Geburt-aber-schon-schlank-Selfies knapp 870.000 Abonnenten. Einige haben nun ganz genau hingesehen und vor allem hingehört und sagen: Hilaria Baldwin ist eine Schwindlerin.

Hillary statt Hilaria

In der Vergangenheit kokettierte Baldwin nämlich immer wieder mit ihrer spanischen Herkunft. Ihre Agentur gab Mallorca als ihren Geburtsort an. Sie zierte Zeitschriften, die sich an spanischsprechende US-Amerikaner richteten. In Interviews erzählte sie von ihrer Familie in Spanien. In einem mittlerweile viralen Video fragt sie nach dem englischen Wort für Gurke.

Vor allem sprach Baldwin mit einem sehr auffälligen spanischen Akzent – aber nicht immer. Und das ließ einige findige User stutzig werden. Sie forschten nach und fanden heraus: Hilaria heißt eigentlich Hillary. Ihre spanische Familie lebt seit Generationen in den USA. Erst seit 2011 leben einige Angehörige auf der Ferieninsel Mallorca. Hilaria Baldwin selbst wurde in Boston geboren. Schulkollegen berichten, dass sie ohne spanischen Akzent sprach.

Herkunft ist kein Gimmick

Konfrontiert mit den Erkenntnissen, tat Baldwin das, was alle Instagram-Größen tun: Sie rechtfertigte sich in einem Video. Die Schuld sieht sie nicht bei sich. Die Medien hätten falsch berichtet. Dass es ihre eigene Agentur war, die den falschen Geburtsort angab, erwähnt Baldwin nicht. Sie gibt aber zu, aus Boston zu kommen und eigentlich Hillary zu heißen. Ihr Akzent sei nicht aufgesetzt, sondern Folge ihrer zweisprachigen Erziehung und mal stärker und mal schwächer. Ihr Ehemann Alec gibt ebenfalls in einem Instagram-Video den Medien die Schuld.

Ob nun Hilaria oder Hillary: Ihre Inszenierung befeuert die laufende Diskussion um Identität. Baldwin konnte wählen, wer sie sein will, Spanierin oder US-Amerikanerin. Ein Privileg, das viele Menschen mit Migrationshintergrund nicht haben. Ihr Akzent ist für diese kein kosmopolitischer Touch, den sie ein- und ausschalten können. Für sie ist ihre Herkunft kein Gimmick, das sie interessanter macht. (Ana Grujić, 30.12.2020)