Großbritanniens Premier Johnson ist gegen eine erneute schottische Volksabstimmung über die Unabhängigkeit.

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London – Der britische Premier Boris Johnson hat den Wunsch Schottlands nach einem Unabhängigkeitsreferendum erneut zurückgewiesen. "Volksabstimmungen sind meiner Erfahrung nach, meiner direkten Erfahrung nach, in diesem Land nicht unbedingt fröhliche Ereignisse", sagte Johnson am Sonntag in der "Andrew Marr Show" der BBC in Anspielung auf das Brexit-Referendum. "Sie haben keine besonders einende Kraft auf die nationale Stimmung, sie sollten nur einmal pro Generation stattfinden."

Referendum 2014 gescheitert

Die knappe Abstimmung im Jahr 2016 für den Austritt aus der EU hat die britische Gesellschaft tief gespalten. Die schottische Regierung rührt bereits vor der schottischen Parlamentswahl im Mai die Trommel für die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich, erst recht nach dem vollzogenen Brexit. Johnson müsste eine erneute Volksabstimmung in Schottland genehmigen. Ein Referendum im Jahr 2014 war gegen die Abspaltung ausgefallen – das war allerdings vor der Entscheidung für den Brexit. (APA, dpa, 3.1.2021)