Innsruck hat Kamil Stoch hinter sich.

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Bischofshofen – Der Vierschanzentournee-Führende Kamil Stoch hat die Routine und die Hochform. Doch gegessen ist die Sache laut Skisprung-Experte Andreas Goldberger vor dem Finale in Bischofshofen am Mittwoch (16.45 Uhr/live ORF 1) noch nicht. "Bischofshofen war für mich der schwierigste Sprung. Da oben, alleine, im Finale – das ist das Zachste. Der wichtigste Sprung deines Lebens und du fühlst dich so allein. Wenn du das überstehst, bist du ein würdiger Tournee-Sieger", sagte Goldberger.

Stoch sei als zweifacher Tournee-Champion mit der Situation vertraut, aber in Bischofshofen könne alles schnell gehen, erklärte Goldberger im offiziellen Tournee-Podcast. "Der Anlauf in Bischofshofen ist so lang, da können dir sehr viele Gedanken durch den Kopf rauschen. Ein kleiner Fehler und die Tournee ist vorbei", sagte der zweifache Gewinner der Traditionsveranstaltung (1992/93, 1994/95).

Vor den letzten zwei Sprüngen der 69. Auflage führt der Pole Stoch 15,2 Punkte (8,4 m) vor seinem Landsmann Dawid Kubacki und 20,6 Punkte (11,4 m) vor dem Norweger Halvor Egner Granerud. Der frühere deutsche Spitzenspringer Martin Schmitt, auch er ist wie Goldberger mittlerweile als TV-Experte tätig, traut Granerud noch einen letzten Konter zu. "Ich fand Granerud extrem ausgeglichen bei der Tournee. Er hatte eine kleine Schwächephase in Innsbruck, aber der wird auf jeden Fall noch mal angreifen." (APA; 5.1.2020)