Covid-19 hat auch auf die Medienwelt massive Auswirkungen, befindet das Reuters Institute in seinen "Journalism, Media, and Technology Trends and Predictions 2021".

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Nach dem Schock durch Covid-19 wird 2021 ein Jahr profunden und rapiden digitalen Wandels. Das ist einer der Schlüsse, zu denen das Reuters Institute in seinen "Journalism, Media, and Technology Trends and Predictions 2021" kommt, für die 234 Medienmacher und Manager aus 43 Ländern befragt wurden. Lockdowns und andere Maßnahmen hätten alte Gewohnheiten durchbrochen und neue geschaffen, aber erst in diesem Jahr würden wir entdecken, wie fundamental diese Veränderungen gewesen seien.

So gaben 76 Prozent der Befragten an, dass Covid-19 ihre Pläne für einen digitalen Wandel beschleunigt hätten. Gleich viele erachten das Vorantreiben von Digital-Abos als wichtig, noch vor der Werbung. 2018 verhielt es sich noch umgekehrt.

Eine klare Mehrheit von 73 Prozent der Befragten zeigte sich zuversichtlich, was die Aussichten für das eigene Unternehmen betrifft. Deutlich weniger, nämlich 53 Prozent, sind hinsichtlich der Zukunft des Journalismus zuversichtlich. Sorgen bereiten wachsende Desinformation, Angriffe auf Journalisten und die Nachhaltigkeit von kleineren und lokalen Publikationen.

Gestiegenes Vertrauen in Regierungen

Etwas gestiegen ist das Vertrauen in die Unterstützung von Regierungen. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) gaben an, dass politische Interventionen hilfreich sein könnten. Das sind doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. Was die Verteilung von Förderungen betrifft, spricht sich fast die Hälfte (48 Prozent) dafür aus, dass nur eine kleine Anzahl von Qualitätsmedien Geld bekommen sollte. Ein Drittel (32 Prozent) bevorzugt hingegen ein System, dass auf die Zahlen des Mediengebrauchs setzt und mehr Verlagen zugute kommt.

Zwar kommen traditionelle Vorstellungen wie die Unparteilichkeit und Objektivität von Medien in Zeiten politischer Polarisierung immer mehr unter Druck. Eine große Mehrheit von 88 Prozent ist dennoch der Ansicht, dass Unparteilichkeit wichtiger denn je ist. Gleichzeitig stimmt fast die Hälfte (48 Prozent) darin überein, dass es einige politische und soziale Fragen gibt, bei denen es keinen Sinn ergibt, neutral zu sein. (red, 11.1.2021)