Wird Adelboden-Sieger Marco Schwarz auch in Kitzbühel auftrumpfen können? An ihm soll es nicht scheitern, an der Durchführung der Rennen eventuell.

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Fällt im alpinen Ski-Weltcup nach Wengen auch Kitzbühel dem Coronavirus zum Opfer? Das ist zumindest nicht auszuschließen. Seit Dienstag sind 17 konkrete Fälle des Verdachts auf Infektionen mit der Coronavirus-Mutation B.1.1.7 in der Tiroler Gemeinde Jochberg bekannt. Wobei die ersten Symptome, gaben die Behörden bekannt, bereits am 3. Jänner festzustellen waren.

Jochberg liegt im Bezirk Kitzbühel, die Entfernung zur Stadt über die B161 beträgt gerade einmal zehn Kilometer, die Skigebiete sind miteinander verbunden. Kein Wunder, dass in Kitzbühel die Alarmglocken läuten. Schließlich sollen schon am Wochenende zwei Herren-Slaloms auf dem Kitzbüheler Ganslernhang stattfinden, gefolgt von zwei Abfahrten und einem Super-G eine Woche später.

Verwundert über Jochberg-Briten

ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer macht aus seiner Verwunderung darüber, dass gut drei Dutzend Britinnen und Briten bis kurz vor Weihnachten zur Skilehrerausbildung nach Jochberg gereist waren, wenig Hehl. Er wolle zwar "nicht Öl ins Feuer gießen. Aber ich bilde mir schon meine private Meinung." Scherer betont, dass "der Skilehrerverband eine eigenständige Institution ist" und nichts mit dem Skiverband (ÖSV) zu tun habe.

Der ÖSV und der Kitzbüheler Ski Club (KSC) als Organisator der Hahnenkammrennen stehen "in engem Austausch mit den Behörden". Am Montag wurden laut Scherer bei den Mitgliedern des Organisationskomitees Antigentests durchgeführt, denen am Dienstag PCR-Tests folgten. "Natürlich waren von vornherein entsprechende Maßnahmen vorgesehen." Darüber hinaus waren die 1500 Einwohner und Einwohnerinnen von Jochberg aufgerufen, sich noch am Dienstag oder am Mittwoch testen zu lassen, entweder in der Screeningstraße Kitzbühel (Parkplatz Schwarzsee) oder im Kultursaal Jochberg (dort nur am Mittwoch).

"Wengen ist eine Enklave"

Jochberg spielt zumindest bei der Unterbringung der Skiteams keine Rolle, sagt der ÖSV-Generalsekretär. Die Teams der Techniker, deren Slaloms am Samstag und Sonntag angesetzt sind, sollen in Kirchberg Quartier beziehen, die Speedteams wären direkt in Kitzbühel einquartiert. Kitzbühel lasse sich laut Scherer "nicht mit Wengen vergleichen. Wengen ist eine Enklave am Berg, und da gab es auch im Organisationskomitee schon etliche positive Fälle". Die Hoffnungen ruhen darauf, dass in Kitzbühel eine ähnliche Entwicklung ausbleibt. (Fritz Neumann, 12.1.2021)