Frühestens am Tag nach der Vereidigung Joe Bidens wird wieder politische Werbung über Google möglich sein.

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Google setzt nach dem Sturm auf das Kapitol und vor der Vereidigung von Joe Biden zum neuen US-Präsidenten politische Werbung auf seiner Plattform aus. Der Schritt erfolge "nach den beispiellosen Ereignissen der vergangenen Woche und vor der bevorstehenden Amtseinführung des Präsidenten", hieß es in einer E-Mail an Werbekunden, die von der Nachrichtenagentur Reuters eingesehen werden konnte.

Das Verbot werde von Donnerstag an bis mindestens zum 21. Jänner gelten, dem Tag nach der Vereidigung. In einer Erklärung gab der Suchmaschinenbetreiber auch einen Bann gegen Werbung bekannt, die Bezug nehme auf eine Amtsenthebung von Präsident Donald Trump, der Vereidigung Bidens oder Protesten am Kapitol.

Hinweise auf weitere Gewalt

Über die E-Mail berichtete zunächst das Nachrichtenportal Axios. Mehrere große Internetkonzerne hatten schon zur Wahl Anfang November politische Werbung blockiert. Erklärtes Ziel war es, Falschinformationen und anderen Missbrauch der Internet-Dienste zu unterbinden. Google hob diese Sperre am 10. Dezember auf. Auch Facebook hat politische Werbung gesperrt.

Eine Konzern-Sprecherin sagte Reuters am Mittwoch, seit der Erstürmung des Kapitols gebe es eine Zunahme von Hinweisen auf bevorstehende Gewalt. Das soziale Netzwerk geht seit Montag gegen Inhalte mit der Aufforderung "Stop the steal" (etwa "Stoppt den Diebstahl") vor. Dies ist ein Schlachtruf von Trump-Anhängern, die trotz aller Nachzählungen und gescheiterten Klagen von massiver Wahlfälschung ausgehen. (APA, 14.1.2021)