Auf Eis gelegt? Rohre für den Bau lagern in einem Depot in North Dakota.

Foto: Reuters / Terray Sylvester

Washington – Der neugewählte US-Präsident Joe Biden will einem Medienbericht zufolge den Bau der umstrittenen amerikanisch-kanadischen Pipeline Keystone XL kurz nach Amtsantritt stoppen. Per Dekret solle die Genehmigung für das neun Milliarden Dollar schwere Projekt noch am Tag seiner Amtsübernahme am Mittwoch zurückgenommen werden, berichtete der kanadische Sender CBC News am Sonntag unter Berufung auf Insider.

Demnach steht die Pipeline auf einer Liste von Vorhaben, die Biden sofort umsetzen will. Bidens Übergangsteam reagierte nicht sofort auf eine Bitte um einen Kommentar zu dem Bericht.

Der Ministerpräsident der Provinz Alberta, Jason Kenney, teilte auf Twitter mit, er sei "zutiefst besorgt" über die Berichte. "Sollte die künftige US-Regierung die Keystone-XL-Genehmigung aufheben, wird Alberta gemeinsam mit TC Energy alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, seine Interessen an dem Projekt zu schützen", kündigte Kenney an.

Drei Präsidenten, drei Entscheidungen

Die Keystone-Pipeline wird von dem Unternehmen TC Energy betrieben. Die 1.900 Kilometer lange Leitung soll die Ölgebiete im kanadischen Alberta mit Steele City im US-Bundesstaat Nebraska verbinden. Von dort soll das teerartige kanadische Öl verarbeitet über bestehende Leitungen an die Ost- und Golfküste der USA weitergeleitet werden.

Der damalige US-Präsident Barack Obama hatte das Projekt 2015 gestoppt und dies mit den erwarteten Folgen für die Umwelt begründet. Sein Nachfolger Donald Trump erteilte kurz nach seinem Amtsantritt 2017 wiederum eine Erlaubnis für den Bau. Dagegen hatten mehrere Umweltgruppen geklagt. (Reuters, 18.1.2021)