Stillstehende Bänder wie im Opel-Getriebewerk in Wien-Aspern während des Lockdowns im Frühjahr sind der Horror der Auto- und Zulieferindustrie.

Foto: Robert Newald

Berlin – Die deutsche Autoindustrie warnt vor einem Fertigungsstopp im Kampf gegen hohe Corona-Infektionszahlen. "Bei Autozulieferern und Herstellern gibt es bisher keine Infektionsherde und höchste und umfassende hohe Hygienestandards", sagte die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, dem "Handelsblatt". Stünde die Automobilfertigung in Deutschland still, würden Produktions- und Lieferketten nicht nur in Europa, sondern sogar weltweit unterbrochen.

Das würde auch Österreichs Metall- und Zulieferindustrie unter Druck bringen, sie bliebe auf ihren Produkten sitzen. Die wirtschaftlichen Probleme würden bei einem Fertigungsstopp dramatisch zunehmen, warnt Müller.

Hoffnung Impfstoff

Angesichts hartnäckig hoher Infektionszahlen entscheiden in Deutschland Bund und Länder am Dienstag über einen härteren Lockdown. Zuletzt hatten sich Forderungen gehäuft, die Wirtschaft stärker herunterzufahren.

Der VDA setzt darauf, dass die Impfkampagne an Tempo gewinnt und der Pandemie damit immer stärkere Grenzen gesetzt werden. "Wir hoffen spätestens auf das zweite Halbjahr", sagte Müller. Möglicherweise werde es dann sogar einen Boom bei der Autonachfrage geben, weil sich Kauflaune und Konsumverhalten wieder ungehindert entfalten könnten. (Reuters, ung, 18.1.2021)