Foto: AP Photo/Matt Rourke

Twitter befindet sich im Umbruch. Im November entschied sich das Unternehmen, unter dem Namen "Fleets" eine Storyfunktion nach dem Snapchat-Vorbild einzuführen. Knapp einen Monat später gab der Konzern das Ende der Streaming-App Periscope für diesen März bekannt.

Gleichzeitig gab es die Mitteilung, dass es auf Twitter bald möglich sein wird, mit der neuen Funktion "Spaces" Sprachnachrichten zu versenden. Ähnlichkeiten zu der neuen Hype-App Clubhouse sind nicht zu übersehen.

Spaces als Clubhouse Konkurrenz

Unter dem Namen "Spaces" entwickelt Twitter seit geraumer Zeit audiofähige Chaträume. Erstmals setzte der Konzern die Öffentlichkeit davon in Kenntnis, als die Schließung von Periscope im vergangenen Dezember bekannt wurde. Die neueste Funktion ist jedoch einer ausgewählten Anzahl an Benutzern vorbehalten und befindet sich in der Beta-Phase. Eine weitere Einschränkung ist, dass lediglich iOS-User bei der exklusiven Testerei mitmachen können. Clubhouse ist derzeit ebenfalls den Apple-Usern vorbehalten.

Das für die Weiterentwicklung von "Spaces" notwendige Know-how will Twitter durch den Kauf der Social-Podcasting-App Breaker vorantreiben. Das in Berlin gegründete Unternehmen soll zukünftig mithelfen, "Spaces" weiterzuentwickeln. Der Entwicklungschef von Twitter zeigte sich erfreut über die neuen Mitarbeiter, die zukünftig "die öffentliche Konversation auf unserem Dienst verbessern".

Daneben wird in "Spaces" die Live-Transkription getestet, Tweets sollen zusätzlich via "Spaces" geteilt werden können. Im neuen Fleets-Modus sollen ebenso Spaces erstellt werden können. Viel mehr ist noch nicht über die Funktion bekannt. Das Technikmagazin "t3n" hält es für gut möglich, dass die Breaker-Entwickler daran arbeiten sollen, die Audiochats zum späteren Nachhören aufzubereiten, da im Moment in "Spaces" nur live diskutiert werden kann.

Ungewiss

Über den genauen Kaufpreis für Breaker wurde Stillschweigen vereinbart. "Techcrunch" berichtet, dass mit Podcasts nur begrenzt Geld verdient werden kann. Deswegen sind die Kaufpreise, die Amazon und Sirius XM ebenso kürzlich für Podcast-Dienste gezahlt haben, vergleichsweise gering: Der E-Commerce-Riese zahlte 300 Millionen für Wondery, der Radiobroadcaster Sirius legte 325 Millionen Dollar für Stitcher hin.

Wann "Spaces" für eine breitere Öffentlichkeit und für Android-User zugänglich sein wird, bleibt abzuwarten. (red, 20.1.2021)