An den Anschuldigungen ist nichts dran, sagt Intel.

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Das polnische Tech-Portal "Pure PC" erhebt schwere Vorwürfe gegen die Prozessorhersteller Intel und Nvidia. Die beiden Unternehmen sollen eine "interne Absprache" getroffen haben, um den Konkurrenten AMD im Bereich der High-End- und Gaminglaptops auszubooten.

Gemäß der Vereinbarung soll es AMD-Partnern nicht möglich gewesen sein, Laptops zu bauen, die gleichzeitig einen "Renoir"-Chip (Ryzen 4000-APUs) und eine Nvidia-Grafikkarte des Typs RTX 2070 oder höher nutzen. Dass es keine solchen Geräte geben wird, bestätigte AMD bereits im vergangenen April, lieferte aber keine weitere Erklärung dazu.

Mögliche Leistungseinschränkungen

Spekuliert wurde ursprünglich, dass die AMD-Plattform nicht genügend PCI-Lanes für die stärkeren Grafikkarten biete, was sich negativ auf die Leistung niederschlagen würde. Das wurde allerdings angezweifelt, zumal die mobilen Varianten der Grafikmodule ohnehin weniger leistungsfähig sind als ihre Desktop-Pendants.

Merkbare Einbußen gibt es laut einem Test von Techpowerup mit einer RTX 2080 Ti (Desktopversion) kaum, der Performance-Unterschied bei der Verwendung von acht PCIe-3.0-Lanes – die bei einer Ryzen-4000-Plattform für die GPU genutzt werden – beträgt zu höheren Konfigurationen nur etwa zwei bis drei Prozent.

Intel weist Vorwürfe zurück

Die Angaben von "Pure PC" sind dennoch mit Vorsicht zu genießen. "Pure PC" beruft sich als einzige Quelle auf einen nicht genannten Laptop-Hersteller. DER STANDARD hat Intel und Nvidia um Stellungnahme zu den Vorwürfen ersucht.

Intel richtete aus, dass "die Vorwürfe falsch" seien und "keine solche Abmachung existiert". Man lege Wert auf "integre und professionelle" Geschäftspraktiken. "Die Behauptung ist unwahr", heißt es seitens Nvidia. Die Computerhersteller würden selbständig entscheiden, welche Prozessoren und Grafikkarten sie kombinieren. Die eigenen Produkte unterstützen Plattformen von Intel, als auch AMD.

AMDs aktuelles Laptop-Linup, die Ryzen 5000 "Cezanne", wird jedenfalls von den Notebookherstellern sehr wohl mit stärkeren Grafikkarten kombiniert. Hier haben bereits mehrere Firmen Modelle mit Nvidias High-End-Karten der RTX-3000-Reihe angekündigt. (gpi, 20.1.2021)

Update, 14:55 Uhr: Stellungnahme von Nvidia ergänzt.