Im Inneren des Gebäudes tobte ein Brand.

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Das Feuer breitete sich aus.

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Die Explosion richtete schwere Schäden an.

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Rauchwolke über der Madrider Innenstadt.

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Großeinsatz für die Rettungskräfte.

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DER STANDARD

Madrid – Am Mittwochnachmittag hat eine Gasexplosion das Zentrum der spanischen Hauptstadt Madrid erschüttert. Die Zahl der Todesopfer in dem Priesterwohnhaus hat sich am Donnerstag auf vier erhöht. Ein Priester, der schwere Verbrennungen erlitten hatte, sei im Krankenhaus gestorben, hieß es. Er sei im Augenblick der Explosion bei einem ebenfalls ums Leben gekommenen Techniker gewesen, der die Gasheizung reparieren sollte. Zwei weitere Menschen starben demnach vor dem Gebäude, mehrere Menschen wurden verletzt.

Die Explosion nahe der bei Touristen beliebten Plaza Mayor war im Umkreis von mehreren Kilometern zu hören und zerstörte das mehrstöckige Gebäude weitgehend. Trümmer trafen auch ein benachbartes Schulgrundstück. In der Schule wurde ein Kind leicht von Splittern eines geborstenen Fensters verletzt. Grund des Unglücks war nach Angaben des spanischen Innenministeriums ein Gasleck. Zum Zeitpunkt der Explosion seien am Heizkessel des Gebäudes Arbeiten durchgeführt worden. Das Gebäude wurde so stark beschädigt, dass es abgerissen werden muss.

Feuer behinderte Rettungskräfte

Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida hatte am Mittwoch bestätigt, dass ein Gasleck die Detonation ausgelöst hatte. Das Innere des sechsstöckigen Gebäudes sei in Flammen gestanden, wegen des Feuers konnten die Rettungskräfte das Gebäude nicht sofort betreten.

Die Polizei sperrte das Areal ab, über der Unglücksstelle kreisten mehrere Hubschrauber. Nach einer Stunde wurde die Sperrzone ausgeweitet, auch Journalisten wurden weggeschickt. In der Nähe des Hauses wurde ein mobiles Spital aufgestellt, um Verletzte zu versorgen.

Fünf Stockwerke des Hauses, das Eigentum der katholischen Kirche ist, wurden durch die Wucht der Detonation zerstört. In dem Gebäude in der Toledo-Straße 98 war das Internat eines Priesterseminars untergebracht, außerdem wurden dort Mahlzeiten an Obdachlose ausgegeben.

Die Bewohner eines Pflegeheimes, das neben der Unglücksstelle liegt, mussten ihre Zimmer verlassen und wurden in einem nahe gelegenen Hotel und in einer Bar untergebracht. Mehrere Videos zeigten eine Rauchwolke, geschockte Menschen, zerstörte Autos und Gebäudetrümmer. (red, APA, 21.1.2021)