Die Hinterlassenschaften der tausenden Trekker und Bergsteiger am Mount Everest werden zunehmend zu einem Problem. Hier Archivaufnahmen aus dem Jahr 2019.

Foto: APA/AFP/PRAKASH MATHEMA

1953 von dem Neuseeländer Sir Edmund Hillary und dem Sherpa Tenzing Norgay erstmals bestiegen, haben seitdem fast 4.000 Menschen von der nepalesischen Seite aus den Mount Everest bestiegen. Sie hinterließen auf dem Gipfel und in der Umgebung des Berges jede Menge Müll – gebrauchte Sauerstoffflaschen, zerrissene Zelte, Seile, kaputte Leitern, Dosen und Plastikverpackungen, die von Bergsteigern und Trekkern weggeworfen wurden.

Tommy Gustafsson, Projektleiter und Mitbegründer des Sagarmatha Next Centre – eines Besucherinformationszentrums samt Müllverwertungsanlage – meint, eine Lösung gefunden zu haben, dieses Müllproblem anzugehen. Ausländische und einheimische Künstler sollen Kunstwerke aus dem Abfall machen und so das Bewusstsein schaffen, dass man Müll in Schätze verwandeln kann. "Wir wollen zeigen, wie man Abfall in wertvolle Kunstwerke verwandeln und Beschäftigung und Einkommen schaffen kann", sagt Gustafsson. "Wir hoffen, auf diese Weise die Wahrnehmung der Menschen zu verändern."

Umweltbewusstsein erhöhen

Das Zentrum befindet sich auf einer Höhe von 3.780 Metern in Syangboche auf dem Hauptweg zum Everest-Basislager, zwei Tagesmärsche von Lukla, dem Tor zum Berg, entfernt. Es soll im Frühjahr eröffnet werden – zumindest für die Einheimischen. Denn Besucher erwartet man sich angesichts der Einschränkungen durch das Coronavirus in diesem Jahr keine mehr.

Die Kunstwerke sollen ausgestellt werden, um das Umweltbewusstsein zu erhöhen, oder als Souvenirs verkauft werden, wobei der Erlös in die Erhaltung der Region fließt. Müll, der vom Berg heruntergebracht oder von Haushalten und Teehäusern entlang des Weges gesammelt wird, soll von einer lokalen Umweltgruppe, dem Sagarmatha Pollution Control Committee, aufbereitet und getrennt werden. Eine Aufgabe, die in einer abgelegenen Region, in der es keine Straßen gibt, eine große Herausforderung darstellt. Daher wird der Müll vielfach in offenen Gruben abgeladen oder verbrannt, was zu Luft- und Wasserverschmutzung sowie zur Verunreinigung des Bodens führt.

Phinjo Sherpa von der Eco-Himal-Gruppe, die an dem Projekt beteiligt ist, sagt, dass im Rahmen einer "Carry me back"-Initiative jeder zurückkehrende Tourist und Führer gebeten wird, eine Tasche mit einem Kilogramm Müll zum Flughafen Lukla mitzunehmen, von wo aus der Müll per Flugzeug nach Kathmandu transportiert wird.

Im Jahr 2019 besuchten mehr als 60.000 Trekker, Bergsteiger und Führer das Gebiet. "Wir können eine große Menge an Müll bewältigen, wenn wir die Besucher einbeziehen", glaubt Sherpa. (Reuters, 21.1.2021)