Die geschlossenen Friseure machen uns zu schaffen. Wie eine interne Umfrage ergab, leiden besonders Männer darunter. Dabei gibt es einige Frisuren, die sogar längere schnittlose Phasen überdauern. Die Klassiker sehen Sie hier – benannt haben wir die Looks nach den wildesten Namen, die Friseursalons zwischen Wien und Kapfenberg tragen – und auch gleich verlinkt.

Haardrian
Boris Johnson

Vor dieser blonden Pracht kapituliert jeder Sturm, weil er nicht weiß, ob er schon da war oder nicht – außer er kommt aus Schottland.
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Haarlekin
Otto Waalkes

Ja, an sein Haar kommt nur Wasser und Quark. Denn nur Quark gibt seinem Haar die Strähnigkeit und Widerspenstigkeit, die es verlangt.

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Hairforce One
Donald Trump

Wie schon vor und während seiner Präsidentschaft wird Donald Trump auch künftig beweisen, dass ein Festiger jeden Friseur ersetzen kann.

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Kammback
Guildo Horn

Er sorgte für ein Wiederauferstehen des Song Contest, sagen seine Fans. Seine Haarpracht sei schöner als sein Gesang, sagen die Neider.
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Haarmonie
Angela Merkel

Diese Frau hat eindrucksvoll gezeigt, dass man keinen teuren Friseur braucht, um über 16 Jahre lang in Europa die Weichen zu stellen.
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Hairgott
Thomas Gottschalk

Mit dieser zugegeben aufwendigeren Locke übersteht man auch monatelange Lockdowns und schaut trotzdem immer fesch hergricht aus.
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Director’s Cut
Claus Peymann

Er sei in Wirklichkeit erst 1968 geboren worden, sagte er. Darum, sagen wir, darf er die Haare tragen, wie sie sich Jugendliche selber schneiden.
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Lock ’n’ Roll
Eddie Van Halen

2020 hat auch ihn auf dem Gewissen. Doch wir werden uns gerne an ihn erinnern. Und an seine Frisur, so wie er sie früher trug, wie hier, 2004.
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Druckwelle
Sebastian Kurz

Alle nach hinten und fest niederdrücken – so könnte die Betriebsanleitung für diese pflegeleichte Frisur lauten, die auch Gernot Blümel ziert. (Guido Gluschitsch, 25.1.2021)
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Hütchenspiele

Wucherndes Haar ist kein Grund zum Verzweifeln – wozu gibt’s Sturmhaube, Barett und Fischerhut? Strickstrumpf übers Haar und raus auf die Straße! Was vor einem Jahr noch als ideale Kopfbedeckung für einen Banküberfall galt, kann in Pandemiezeiten vorbehaltlos für Aktivitäten an der frischen Luft empfohlen werden: Die Sturmhaube oder Balaklava hält mehr als warm – aber nicht nur das. Sie funktioniert auch ähnlich wie ein Filter auf Instagram. Der Strickstrumpf lässt nämlich alles verschwinden, was kein Mensch sehen muss: herausgewachsene Frisuren, graue Haaransätze, selbstgeschnittene Ponys. Kein Wunder, dass die Modewelt dieses Accessoire schon lange vor der Pandemie auf dem Schirm hatte. Vor zwei Jahren entwarf der Designer Raf Simons für Calvin Klein mehrere Balaklavas (siehe Bild). Mittlerweile hat jedes Modelabel, das etwas auf sich hält, eine Sturmhaube im Sortiment.

Mit einer Sturmhaube wie etwa dieser hier von Calvin Klein lässt sich jede Corona-Frisur in den Griff bekommen.
Foto: Reuters

Wem das Zusammenspiel von Balaklava und Maske nicht taugt, der kann sich gut und gern mit Alternativen wie Baskenmütze, Fischerhut und Cloche durch die Pandemie hangeln. Mit dem Barett (ursprünglich wurde es in der südfranzösischen Provinz Béarn gefertigt), das wie ein Spiegelei auf dem Kopf balanciert wird, wird gekonnt von allem, was daruntersteckt, abgelenkt. Und natürlich Madonna, Beyoncé, Brigitte Bardot, Che Guevara zitiert. Noch dazu lässt es Paris in nächste Nähe rücken. Um der Kopfbedeckung nicht überdrüssig zu werden (so erging es Stefanie Sargnagel vor einiger Zeit mit ihrem feuerwehrroten Modell), empfiehlt sich übrigens das Hütchenspiel: montags Baskenmütze, dienstags Fischerhut, mittwochs Cloche (siehe Bild), übersetzt Glockenhut, zum Beispiel.

Eine Cloche, wie diese aus Webfell von Mühlbauer, lenkt gekonnt von allem ab was darunter steckt.
Foto: Mühlbauer / Maria Ziegelböck

Noch besser: Die Kopfbedeckung wird an die unterschiedlichen Anforderungen des Corona-Alltags angepasst. Während der Fischerhut auch im Zoom-Meeting nicht stört, dürfte die Cloche eher etwas für den lästigen Supermarktausflug sein: Sie eignet sich besonders gut, um wechselnde Launen unter der breiten Krempe zu verbergen. Mehr kann man von einer Kopfbedeckung nicht verlangen, oder? (Anne Feldkamp, 25.1.2021)