Foto: Reuters / Eric Gaillard

Laut einem offenen Brief von Youtube CEO Susan Wojcicki, hat die Plattform in den letzten drei Jahren rund 30 Milliarden Dollar an Inhalte produzierende Nutzer ausgeschüttet.

Besonders stolz sei Youtube dabei auf die aktuell wachsenden Zahlen. So hat sich etwa die Anzahl der Kanäle, die dem Partner-Programm des Konzerns beigetreten sind, im letzten Jahr verdoppelt. Mithilfe dieses Programms können Inhaltsschaffende an Werbeeinschaltungen auf ihrem Kanal verdienen. Wojcicki zitiert in dem Brief auch einen Bericht von "Oxford Economics", die Youtube einen Beitrag von 16 Milliarden Dollar am Bruttoinlandsprodukt attestieren, das man mit 345.000 Vollzeitstellen gleichsetzen könne.

Mehr Transparenz

Als großes Ziel für die Zukunft formuliert Wojcicki ein Mehr an Transparenz. Der Unterschied zwischen Inhalten und Werbung müsse klarer erkennbar sein. Für die Schaffenden sei es zudem schwierig, den sich ständig ändernden Richtlininen zu folgen. Hier läge die Verantwortung bei Youtube selbst. Wenn man dann einen Kanal wegen eines Verstoßes sperren müsse, so Wojcicki, dann müssen die Gründe dafür klar an den Schaffenden kommuniziert werden. Das sei in der Vergangenheit nicht immer passiert.

Wojcicki: "Im Dezember habe ich mit dem Kanal-Betreiber von penguinz0, Charlie White, gesprochen. Er beschwerte sich auf Twitter, dass er für ein altes Video eine Ermahnung erhielt, weil Youtube die Richtlinien mittlerweile geändert hatte. Diese Situation haben wohl viele Nutzer erlebt und das gilt es künftig zu vermeiden."

Charlie White ist ein bekannter Youtuber, der ebenfalls das Partner Programm von Youtube nutzt.
Foto: Charlie White

Fake-News

Ein großes Problem Youtubes war im Jahr 2020 auch, Plattform für Falschinformationen zu sein. Nach der US-Wahl löschte man deshalb zahlreiche Videos, die von Wahlbetrug sprachen. Aufgrund von neuen Richtlinien räumte man den Kanal-Besitzern aber ausreichend Zeit ein, ihre Videos zu kontrollieren, bevor Verwarnungen ausgesprochen wurden. Auch eine verstärkte Moderation wurde immer wieder verlangt, was jetzt laut Wojcicki auch verstärkt passieren soll. "Wir arbeiten immer daran eine Balance zwischen Offenheit und Verantwortung zu finden, speziell weil wir mit den Gesetzen von Ländern aus der ganzen Welt übereinstimmen wollen."

Ein weiteres Thema des Briefes von Wojcicki war die Section 230, die zuletzt in Tech-Kreisen mehrfach diskutiert wurde. Darin geht es um Social-Media-Plattformen wie Facebook oder eben Youtube, die sich von Nutzer-Inhalten rechtlich freisprechen wollten. Bezugnehmend auf die Section 230 meint Wojcicki, man wolle sich offen für jede Form des Inhalts zeigen, aber auch die nötigen Schritte setzen dürfen, um die eigene Plattform beschützen zu können. Konkreter ging sie auf das Thema nicht ein. (red, 27.1.2021)