Gerade im Bildungsbereich sind Chromebooks mittlerweile sehr beliebt.

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Mit Windows 10X arbeitet Microsoft derzeit an einer verschlankten Version des eigenen Betriebssystems, mit der man recht augenscheinlich Googles Chrome OS Paroli bieten will. Aus einer österreichischen Perspektive sorgen solche Vergleiche gerne für etwas Verwunderung. Warum sollte sich Microsoft um ein Betriebssystem scheren, das hierzulande kaum eine Verbreitung hat? Die Antwort darauf liefert ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen am weltweiten PC-Markt.

Neue Zahlen

Die Absätze von Chromebooks haben sich im vierten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal fast vervierfacht, zeigen die Zahlen der Marktforscher von Canalys. Ein Plus von 287 Prozent bedeutet, dass alleine in diesem Zeitraum weltweit rund 11,7 Millionen Geräte mit Chrome OS verkauft wurden.

Besonders interessant wird diese Zahl, wenn man sie in Relation zum Gesamtmarkt rechnet: Insgesamt wurden im vierten Quartal 143,7 Millionen PCs abgesetzt. Canalys rechnet in diese Statistik aber auch Tablets ein, die mit 52,7 Millionen ebenfalls ein hervorragendes Quartal hinlegen konnte. Beschränkt man sich auf reine Laptop- und Desktop-PCs kommen damit Chromebooks im vierten Quartal auf einen Marktanteil von 12,9 Prozent bei den Neuanschaffungen.

Spurensuche

Die Ursachen für diesen Boom sind nicht zuletzt in der Covid-19-Pandemie zu suchen. Immerhin hat diese dazu geführt, dass viele Eltern im Jahr 2020 neue Hardware für das Distance Learning des Nachwuchs kaufen mussten. Und da etwa in den USA Chromebooks im Bildungsmarkt dominieren, zeigt sich dies natürlich in den Zahlen. Ein solch starkes Wachstum lässt sich allerdings allein aus US-Bildungseinrichtungen auch nicht mehr erklären, so verweist Canalys darauf, dass auch in anderen Ländern zunehmend zu Chromebooks gegriffen wird, im Bestreben alle Schüler mit Laptops auszustatten. Aber auch jenseits des Bildungsmarktes – also bei Unternehmen und Privatkunden – finden die Geräte mit Chrome OS laut Canalys zunehmend Anklang.

Die Gründe für den Erfolg sind dabei leicht erklärt: Chrome OS glänzt vor allem mit einem kaum vorhandenen Wartungsaufwand und hoher Sicherheit. Zudem läuft es selbst auf schwacher Hardware sehr gut, wodurch viele Chromebooks sehr günstig sind.

Hersteller

Angesichts dieser Entwicklung haben mittlerweile praktisch alle großen PC-Hersteller Chromebooks im Angebot. Der führende Hersteller ist dabei derzeit noch HP, von hinten drängt die Konkurrenz aber eifrig nach. So konnte etwa Lenovo seine Chromebook-Absätze im vierten Quartal im Jahresvergleich um 1.766 Prozent steigern – und steht nun bereits auf Platz 2 des Rankings. (apo, 31.01.2021)