Foto: AP / Henrik Ohsten

Es war im August 2017. Die schwedische Journalistin Kim Wall wollte den dänischen Erfinder Peter Madsen interviewen. Auf seinem U-Boot, das er selbst gebaut hat. Doch sie sollte nie mehr zurückkehren.

Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen, Madsen sprach von einem Unfall, verwickelte sich in Widersprüche, präsentierte immer wieder neue Versionen. Nach monatelangen Ermittlungen ist klar: Kim Wall wurde ermordet.

Den Fall hat jetzt Regisseur und Drehbuchautor Tobias Lindholm (Borgen, Die Jagd) in der sechsteiligen True-Crime-Serie The Investigation – Der Mord an Kim Wall (zu sehen auf Streamingdienst TVnow) aufgearbeitet. Aus Perspektive des Ermittlers Jens Møller (Søren Malling) zeigt er, wie Madsen die Tat nachgewiesen werden konnte.

Dem Bösen keinen Raum geben

Dieser Kriminalfall hat das Potenzial für eine reißerische Serie, für spektakuläre Cliffhanger, für emotionale Verhörsituationen. Aber diesen Fehler macht Lindholm nicht. Er gibt dem Bösen keinen Raum und auch kein Gesicht, sein Blick gilt nicht dem Täter, sondern dem Opfer: einer neugierigen jungen Frau, die nichts falsch gemacht hat. Peter Madsen wird nie gezeigt, nicht einmal der Name des Mörders genannt.

Vielmehr zeichnet die Serie die mühsamen Ermittlungen nach, die sich über Monate hinziehen, und dokumentiert kühl die schwierige Polizeiarbeit. Es fehlen Zeugen, Motiv, Spuren, ein Geständnis. In ruhigen, leisen Bildern und den wenigen, kurzen Dialogen wird die Sprachlosigkeit spürbar, die dieser grausame Fall auslöste.

Im April 2018 wurde U-Boot-Bauer Madsen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. (Astrid Ebenführer, 31.1.2021)