Whitney Wolfe Herd hat Bumble im Jahr 2014 gegründet.

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Die aufstrebende Dating-App Bumble hat in einem Blogpost verkündet, verstärkt gegen Bodyshaming vorzugehen. "Wir tun dies, indem wir unsere Nutzungsbedingungen aktualisieren, um unaufgeforderte und abfällige Kommentare über das Aussehen, die Körperform, die Größe oder die Gesundheit von Personen ausdrücklich zu verbieten", heißt es dazu wörtlich. Body Shaming umfasst demnach Fat Shaming, Health Shaming, Kritik an Haut oder Haaren, Thin Shaming, unaufgeforderte Meinungen und Spott über die körperlichen Merkmale einer Person. Auch rassistische, homophobe und transphobe Äußerungen sollen unterlassen werden.

"Wenn Sie sich also nicht sicher sind, ob eine Nachricht als Body Shaming empfunden wird, ist es eine gute Faustregel, den Körper oder die Gesundheit eines anderen Benutzers überhaupt nicht zu kommentieren", heißt es in dem Posting: "Suchen Sie sich etwas anderes über dessen Profil, über das Sie sprechen können. Oder, wenn Sie an jemandem nicht interessiert sind, können Sie nach links wischen."

Bei starken Verstößen droht Account-Sperre

Personen, die in ihrem Profil oder über die Chat-Funktion der Bumble-App Body Shaming betreiben, erhalten eine Warnung für ihr unangemessenes Verhalten. Wiederholte Vorfälle oder besonders verletzende Kommentare führen dazu, dass die jeweiligen User von der Plattform verbannt werden. Wer in Form von Body Shaming verletzt oder belästigt wird, kann dies über Tools innerhalb der App melden und die jeweilige Person blockieren.

Ob diese Maßnahmen per se jedoch von Erfolg gekrönt sein werden, wird sich noch zeigen: Auch andere, deutlich größere Plattformen sahen sich bereits mit der Schwierigkeiten konfrontiert, Hassrede und ähnliches unangemessenes Verhalten entsprechend zu moderieren.

Bumble will an die Börse

Die Bemühungen zeugen unter anderem daher, dass sich Bumble bereit für den Gang an die Börse macht. Entsprechende Unterlagen wurden Mitte Jänner eingereicht. Das Unternehmen soll an der US-amerikanischen Tech-Börse Nasdaq unter dem Kürzel "BMBL" notieren.

Bumble meldete in den eingereichten Unterlagen, dass man zwischen 29. 1. und dem 30. 9. 2020 einen Umsatz von 376,6 Millionen US-Dollar erwirtschaftet habe, der Nettoverlust im gleichen Zeitraum belief sich auf 84,1 Millionen US-Dollar. Den Unterlagen zufolge hatte die Dating-App Ende September 42,1 Millionen aktive User.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tech-Unternehmen besteht das Management von Bumble hauptsächlich aus Frauen. Gründerin Whitney Wolfe Herd wird im Alter von 31 Jahren wohl eine der jüngsten weiblichen CEO sein, die ihr Unternehmen an die Börse bringen. (Stefan Mey, 1.2.2021)