Huawei will intern untersuchen.

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Eines ist unbestritten: Bei der Vergabe der Aufträge zum Aufbau der 5G-Netze geht es um viel Geld. Insofern ist es prinzipiell nicht verwunderlich, dass Huawei auf die vor allem von den USA genährte Kritik ziemlich allergisch reagiert. Immerhin hat man dadurch auch in Europa schon so manchen Auftrag verloren. Nun wirft ein aktueller Bericht aber ein zweifelhaftes Licht auf die Methoden, die dabei zum Einsatz kommen.

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Rund um die 5G-Vergabe in Belgien ist Huawei offenbar in eine versteckte Propagandakampagne involviert, berichtet die "New York Times". Konkret geht es dabei um einen Artikel zur 5G-Vergabepolitik, der von einem Juristen verfasst und von Huawei in Auftrag gegeben wurde. Das ist auch öffentlich bekannt und somit nicht das Problem.

Die Kontroverse ergibt sich daraus, dass der betreffende Artikel im Dezember 2020 massenhaft verbreitet wurde – und zwar von einem professionell aufgebauten Netzwerk an Twitter-Bots. Dafür wurden Fake-Profile mit zum Teil tausenden Followern erstellt, die computergenerierte Profilbilder verwenden und sich als Telekommunikationsexperten ausgeben.

Faulheit war der Fehler

Aufgeflogen ist die Angelegenheit, weil einige dieser Bots auch für andere prochinesische Kampagnen eingesetzt wurden. Erst bei einer eingehenden Analyse fiel auf, dass fast alle Follower selbst wieder Bots waren und die Bilder gefälscht sind. Einen Beleg dafür, dass Huawei selbst hinter dieser Kampagne steht, gibt es allerdings nicht – dieser wäre aber ohne interne Informationen auch nur schwer zu erbringen. Allerdings haben hochrangige Huawei-Mitarbeiter mit Millionen Followern die entsprechenden Tweets weiterverbreitet.

Bei Huawei betont man nun, dass die Angelegenheit intern untersucht werden soll, um etwaiges Fehlverhalten aufzuspüren. Rechtlich gibt es gegen solche Methoden ohnehin wenig Handhabe, allerdings verbietet Twitter selbst solche Manipulationen. (apo, 2.2.2021)