Duell der Trainer-Giganten: Jürgen Klopp und Pep Guardiola.

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Liverpool/Manchester – Manchester City will dem vermeintlichen Rivalen Nummer eins im Titelkampf der englischen Premier League nachhaltig aus dem Rennen befördern. Gewinnen die von Sieg zu Sieg eilenden "Citizens" am Sonntag (17.30 Uhr) an der Anfield Road, liegen sie bereits zehn Zähler vor dem regierenden Meister. Die "Reds" verloren zuletzt ihren Nimbus als unbezwingbare Heimmacht. Bei einer weiteren Niederlage droht Liverpool der Rückfall auf den fünften Tabellenplatz.

Jürgen Klopp sah zuletzt müde Schützlinge. 68 Heimspiele war Liverpool bis vor wenigen Wochen in der Liga ungeschlagen geblieben. Nun reihen sich bereits zwei Niederlagen in Folge vor heimischer Kulisse aneinander. Nach dem 0:1 gegen Brighton am Mittwoch meinte Klopp zu den Chancen auf die Titelverteidigung bei einer weiteren Pleite: "Wir müssen um andere Dinge kämpfen. Wir müssen um die drei Punkte kämpfen." Aber natürlich, so bekräftigte der Deutsche, wolle man Meister werden.

Citys 2:0 bei Burnley war hingegen wettbewerbsübergreifend der 13. Erfolg der Mannschaft in Serie, neun davon in der Premier League. Nach holprigem Saisonstart ist der Vizemeister um Star-Trainer Pep Guardiola mittlerweile Topfavorit auf den Titel. City ist defensiv das stärkste Team der Liga, hat mit Abstand die wenigsten Gegentore kassiert (13 in 21 Spielen). "Die fliegen natürlich gerade", sagte Klopp mit gequältem Lächeln. Er hofft darauf, dass Sadio Mane nach muskulären Problemen wieder zurückkehrt.

Guardiola: "Es geht nicht um Statistiken"

In Manchester will man die Probleme beim Kontrahenten nach außen hin nicht zu hoch bewerten. "Es reicht, wenn man auch nur zwei oder dreimal strauchelt. Und schon kann ein Konkurrent wie Liverpool wieder sehr nahe an uns dran sein", sagte Citys Mittelfeldmann Ilkay Gündogan. Die Himmelblauen haben neben sieben Punkten Vorsprung auch noch eine Nachtragspartie in der Hinterhand. Guardiola sagte zum Lauf seiner Elf: "Es geht nicht um Statistiken, sondern immer nur um das nächste Spiel."

Eine Vorentscheidung in Sachen Titel sei Anfang Februar "definitiv noch nicht möglich", betonte Gündogan – gerade mit Blick auf den dichten Spielplan für die englischen Topclubs. Wichtig sei es, noch regelmäßig abzuliefern, wenn die Füße im Endspurt im April schwerer würden. Hauptkonkurrent für City ist derzeit der zweitplatzierte Stadtrivale Manchester United. Die "Red Devils" feierten mit einem 9:0 gegen Ralph Hasenhüttls Southampton zuletzt ein Torfestival und treten am Samstag im Old Trafford gegen den Sechsten Everton an.

Dritter ist Leicester City, Christian Fuchs und Co. gastieren am Sonntag bei Wolverhampton. Der Fünfte West Ham würde bei einer Niederlage von Liverpool mit einem Dreier bei Fulham an den "Reds" vorbeiziehen. Eine Reaktion auf das Debakel in Manchester erwartet man sich in Southampton. Die von vielen Verletzungen geplagten "Saints" gastieren in Newcastle und wollen nach bereits vier Niederlagen in der Premier League am Stück wieder einmal anschreiben.

Der in Manchester ausgeschlossene Jan Bednarek darf spielen, nachdem der englische Verband die Rote Karte annulliert hat. Die Überprüfung der Szene habe ergeben, dass Bednarek Uniteds Anthony Martial bei seinem vermeintlichen Torraub-Foul überhaupt nicht berührt habe. Hasenhüttl wollte den Blick beim Tabellen-Zwölften nur nach vorne richten. "Spiele wie dieses (das 0:9, Anm.) können von Zeit zu Zeit passieren. Es liegt an uns zu zeigen, welche Mannschaft wir sind. Das Gute ist, dass es nach jedem Rückschlag neue Hoffnung gibt", sagte der Steirer. (APA; 5.2.2021)