Lewandowski bei einem Schussversuch. Der Pole vergab einen Elfmeter.

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Berliner Abendstimmung.

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Berlin – Bayern München hat seine Tabellenführung in der deutschen Fußball-Bundesliga vorübergehend auf zehn Punkte ausgebaut. Der Serienmeister verabschiedete sich am Freitagabend mit seinem fünften Ligasieg in Serie, einem 1:0 (1:0) beim Abstiegskandidaten Hertha BSC Berlin, zur Club-WM nach Katar. Den einzigen Treffer im Schneegestöber erzielte Kingsley Coman mit einem abgefälschten Schuss (21.). Robert Lewandowski hatte zuvor einen Elfmeter vergeben (11.).

ÖFB-Star David Alaba spielte bei den Bayern im Abwehrzentrum durch. Zu glänzen vermochten die Münchner zwar nicht, sie festigten aber ihre Spitzenposition. Der erste Verfolger RB Leipzig gastiert am Samstag bei Schlusslicht Schalke 04, kann aber selbst mit einem Sieg nur bis auf sieben Zähler herankommen. Für die Bayern dagegen geht es am Montag mit dem Halbfinale der Club-WM gegen Al Ahly aus Kairo weiter. Der Abflug nach Doha erfolgte noch nach Spielende in Berlin.

Bogenlampe zum Goldtor

Lewandowski hatte seit mehr als zwei Jahren keinen Elfmeter mehr vergeben, elfmal in Serie traf er zuletzt vom Punkt. Diesmal scheiterte der Pole an Hertha-Keeper Rune Jarstein, der zuvor Leroy Sane zu Fall gebracht hatte. Bei einem in hohem Bogen abgefälschten Schuss von Coman nach Zuspiel von Thomas Müller war der Norweger aber machtlos.

Die Hertha belohnte sich für einen starken Auftritt nicht. Stürmerstar Matheus Cunha lief im Finish alleine auf Bayern-Torhüter Manuel Neuer zu, schupfte den Ball aber am Tor vorbei (89.). Zu diesem Zeitpunkt war auch Neuzugang Sami Khedira bereits auf dem Platz. An Herthas fünfter Niederlage in den vergangenen sechs Ligaspielen änderte aber auch die Einwechslung des in die Bundesliga zurückgekehrten Weltmeisters von 2014 nichts. Die Berliner liegen vorerst weiter auf Rang 15 – weit hinter ihren eigenen Ansprüchen.

Kein Abschiedsspiel für Alaba

Indes stellte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge in einem Interview mit dem TV-Sender "Sport1" klar, dass Alaba bei seinem bevorstehenden Bayern-Abgang im Sommer kein Abschiedsspiel erhalten wird. "Das Abschiedsspiel hätten wir ihm geschenkt, wenn er seine Karriere hier beendet hätte", betonte Rummenigge.

Alabas Vertrag bei Bayern läuft am 30. Juni aus, er kann damit ablösefrei wechseln. Die Bayern hatten ihr letztes Angebot auf eine Vertragsverlängerung im November medienwirksam zurückgezogen. Die spanische Sportzeitung "Marca" hatte danach Mitte Jänner von einem bereits fixierten Wechsel zu Real Madrid berichtet. Das Verhältnis zu Alaba sei aber nach wie vor in Ordnung, betonte Rummenigge. "Als vor kurzem die Gerüchte um Real Madrid aufkamen, ist er auf einen Espresso zu mir ins Büro gekommen", sagte der Bayern-Boss.

"Ich habe ihm gesagt, dass er bis zum letzten Tag beim FC Bayern seriös und fair behandelt wird und ich mir wünsche, dass bei seinem letzten Spiel für den FC Bayern wieder Zuschauer möglich sind. Denn wir wollen ihn vor den Fans verabschieden", führte Rummenigge weiter aus. Sportlich ist Alaba bei den Münchnern weiter unumstritten. (APA, 5.2.2021)