Der US-Journalist Daniel Pearl war 2002 in der südpakistanischen Stadt Karatschi entführt und getötet worden.

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Karachi – In Pakistan ist der Entführer und mutmaßliche Mörder des Journalisten Daniel Pearl im staatlichen Gefängnis Karachi unter Hausarrest gestellt worden. Rechtlich sei Ahmed Omar Said Scheich kein Gefangener mehr, bleibe aber unter staatlicher Überwachung, hieß es am Montag aus Sicherheitskreisen. In einem Haus auf dem Gelände der Haftanstalt sei es ihm und drei weiteren damals als Komplizen Verurteilten seit dem Wochenende nun möglich, ihre Familien zu sehen.

Pakistans oberster Gerichtshof hatte vergangene Woche entschieden, dass Scheich und drei weitere Männer aus der Haft entlassen werden sollen. Der 47-Jährige britische Staatsbürger war 2002 wegen der Entführung und Ermordung Pearls zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde vergangenes Jahr jedoch aufgehoben. Ein Gericht in der Provinz Sindh kam damals zu dem Schluss, dass die Verurteilung wegen Mordes auf fehlerhaften Beweisen beruhte. Stattdessen verhängte es eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren wegen Entführung, die Scheich seit 2002 bereits verbüßt hat.

Die Ermordung des 38 Jahre alten "Wall-Street-Journal"-Reporters hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Pearl war in Pakistan, um über das benachbarte Afghanistan nach dem Sturz des Taliban-Regimes zu berichten. In der südpakistanischen Stadt Karachi wurde er entführt und enthauptet. Die Täter veröffentlichten ein Video davon. US-Behörden hatten gefordert, dass die vier Verurteilten in Haft bleiben. Auch Pearls Familie hatte gegen die Freilassung geklagt. (APA/dpa, 8.2.2021)