Facebook erwägt, juristisch gegen Apple vorzugehen.

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Im monatelangen Datenschutz-Streit zwischen Apple und Facebook hat die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager den iPhone-Hersteller ermahnt. Apple müsse alle Apps auf seiner Plattform gleich behandeln, sagte sie am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Zwar gehe es im Streit der US-Konzerne zunächst um den Datenschutz. "Es könnte aber um Wettbewerb gehen, wenn gezeigt wird, dass Apple die eigenen Apps nicht genauso behandelt." Bislang seien keine entsprechenden Beschwerden eingegangen. Ein Stellungnahme von Apple lag zunächst nicht vor.

Facebook fürchtet Einnahmeeinbußen

Apple hatte im Juni angekündigt, dass Nutzer seines Smartphone-Betriebssystems iOS in Zukunft ausdrücklich zustimmen müssen, bevor ihre Daten über mehrere Apps und Websiten hinweg zusammengetragen werden können.

Werbeexperten gehen davon aus, dass die meisten Nutzer dies ablehnen werden. Bei Facebook, das sein Kenrgeschäft durch Werbung verdient, verortet man daher eine wirtschaftliche Katastrophe, da die Einnahmen massiv einbrechen könnten.

Facebook läuft Sturm

Facebook läuft daher gegen die Pläne Sturm und hat sie in ganzseitigen Zeitungsanzeigen kritisiert. Das soziale Netzwerk spricht von wettbewerbsfeindlichem Verhalten, da Apples eigene Werbeplattform ausgenommen sein werde. Gleichzeitig argumentiert es, dass vor allem kleinere Unternehmen massiv an dem Vorgehen leiden würden.

Der iPhone-Hersteller widerspricht Facebooks Behauptung und hat erklärt, auch die eigenen Entwickler müssten sich der Vorgabe unterwerfen. Allerdings zeichne Apple das Verhalten seiner Nutzer nicht auf diese Weise auf. Im Hintergrund soll Facebook nun eine Kartellrechtsklage gegen Apple vorbereiten. (red, Reuters, 9.2.2021)