Ein Soldat des afghanischen Militärs hält Wache.

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Kabul – In Afghanistan sind im vergangenen Jahr knapp 380.000 Menschen innerhalb des Landes vor Kämpfen und Gefechten aus ihren Dörfern und Städten geflohen. Das geht aus Daten der UN-Agentur zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) hervor. Die meisten Vertriebenen stammen aus dem schwer umkämpften Norden rund um die Provinz Kunduz und aus der Südprovinz Helmand.

Zwei Drittel Kinder

Seit Jänner 2020 flohen nach UN-Angaben Zehntausende Familien aus 32 der insgesamt 34 Landesprovinzen. Fast zwei Drittel der Geflüchteten seien Kinder. Im Vorjahr wurden rund 426.000 Vertriebene registriert. Ob alle im Vorjahr erfassten Menschen weiter ohne Heimat sind, ist laut UN unter anderem wegen des mangelnden Zugangs zu vielen umkämpften Provinzen schwer festzustellen. In Afghanistan leben nach Schätzungen von OCHA rund 40 Millionen Menschen.

Die meisten Familien fliehen vor Kämpfen zwischen den militanten Taliban und Sicherheitskräften der afghanischen Regierung. Trotz der Aufnahme von Friedensgesprächen im September geht der Konflikt im Land unvermindert weiter. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die vor allem im Osten Afghanistans aktiv ist, zwingt zahlreiche Familien in die Flucht. (APA, 12.2.2021)