Immer weiter.

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Melbourne – Titelverteidiger Novak Djokovic hat in der Nacht auf Montag (Ortszeit) bei den Tennis-Australian-Open das Viertelfinale erreicht. Der von einer Bauchmuskelblessur beeinträchtigte Serbe besiegte den als Nummer 14 gesetzten Milos Raonic 7:6(4),4:6,6:1,6:4 und stellte damit im Head-to-Head mit dem Kanadier auf 12:0. Weiter kamen auch der Deutsche Alexander Zverev (6) bzw. bei den Damen US-Star Serena Williams (10), die Rumänin Simona Halep (2) und die Japanerin Naomi Osaka (3).

Djokovic erreichte mit dem Erfolg einen Meilenstein, hat er doch nun 300 Siege auf Grand-Slam-Ebene. Nur der Schweizer Roger Federer hat diese Marke bisher erreicht bzw. mit 363 übertroffen. Der Spanier Rafael Nadal folgt mit 284 Erfolgen. Im Match zeigte der "Djoker" kaum Anzeichen einer Verletzung, schlug 41 Winner und zehn Asse. "Ich hatte keine Vorbereitung für diese Partie", sagte Djokovic. "Mein Phyiso und die von der ATP und den Australian Open haben mir jede Unterstützung gegeben."

Der Kracher

Der 33-Jährige bekommt es nun im Schlager mit Zverev zu tun. Der US-Open-Finalist besiegte Dusan Lajovic (SRB-23) letztlich sicher 6:4,7:6(5),6:3. "Heute war es viel kälter, die Bedingungen waren gut für Dusan und ein bisschen gegen mich", meinte Zverev. "Deswegen bin ich froh, dass ich in drei Sätzen weiter bin." Sein US-Open-Bezwinger Dominic Thiem tritt hingegen nach einer 4:6,4:6,0:6-Niederlage gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow (18) die Heimreise an.

Dimitrow trifft im Viertelfinale auf Überraschungsmann Aslan Karasew (RUS). Der 27-jährige Karasew setzte sein Märchen bei seinem Grand-Slam-Debüt fort, besiegte Felix Auger-Aliassime (CAN-20) mit 3:6,1:6,6:3,6:3,6:4 und ist nun der am schlechtesten platzierte Spieler in einem Australian-Open-Viertelfinale seit Patrick McEnroe 1991 (ebenfalls 114. damals). Er ist auch der erste männliche Major-Debütant in einem Viertelfinale seit dem Deutschen Alex Radulescu 1996 in Wimbledon.

Sehr geschmeidiger Joker.
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Serena Williams erreichte zum 54. Mal das Viertelfinale eines Majors. Die 39-Jährige bezwang die als Nummer 7 gesetzte Weißrussin Aryna Sabalenka nach hartem Kampf und 2:09 Stunden 6:4,2:6,6:4. Williams trifft nun auf Halep, die French-Open-Siegerin Iga Swiatek (POL-15) besiegte. Auch Osaka hatte im Achtelfinale viel Mühe und kam gegen Garbine Muguruza (ESP-14) erst nach zwei abgewehrten Matchbällen weiter.

Der Rekord

"Es war nicht einfach. Ich bin wirklich glücklich, dass ich durch bin", meinte Williams nach dem Erfolg über Linz-Siegerin Sabalenka erfreut. Williams hatte im dritten Satz eine 4:1-Führung vergeben, sich dann aber doch durchgesetzt. Ihr fehlen nun noch drei Schritte zum seit Jahren angestrebten 24. Rekord-Grand-Slam-Titel. Damit würde sie die Australierin Margaret Court einholen. Williams trifft nun auf Halep.

US-Open-Siegerin Osaka hatte sich davor gegen Muguruza knapp mit 4:6,6:4,7:5 durchgesetzt. 3:5, 15:40 bei eigenem Aufschlag war die Asiatin im Schlusssatz zurückgelegen, doch sie rettete sich und gab kein Game mehr ab. Auch zuvor war sie nach 4:6,0:2 zurückgelegen. Die 23-Jährige bekommt es nun mit der überraschend mit 35 erstmals in ein Major-Viertelfinale vorgedrungenen Hsieh Su-Wei zu tun. Die Taiwanesin besiegte Marketa Vondrousova (CZE-19) 6:4,6:2.

Bei ihrem 38. Grand-Slam-Turnier ist Hsieh, die übrigens im Doppel aktuell Nummer 1 der Welt ist, erstmals unter den letzten acht Spielerinnen. In der Profi-Ära ist sie nun die älteste Viertelfinal-Debütantin bei einem Major überhaupt. Osaka ist freilich Favoritin, und auch ihre persönliche Statistik kann sie optimistisch stimmen: Immer wenn die dreifache Grand-Slam-Siegerin das Achtelfinale bei einem Major überstanden hat, holte sie danach den Titel. Im Halbfinale könnte es zum Duell mit Williams kommen. (APA, 14.2.2021)