Im Bild: BorgWarner-Chef Frederic Lissalde. Sein Unternehmen hat in den vergangenen Jahren mehrfach in Deutschland eingekauft.

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Der Darmstädter Batterie-Hersteller Akasol wird für bis zu 727 Millionen Euro an den US-Autozulieferer BorgWarner verkauft. BorgWarner bietet 120 Euro je Aktie, das sind 15 Prozent mehr als der Schlusskurs vom Freitag. Die Akasol-Gründer um Vorstandschef Sven Schulz, die zusammen 59,4 Prozent halten, verkaufen ihre Aktien an die Amerikaner, wie die beiden Unternehmen am Montag mitteilten. Akasol stellt Lithium-Ionen-Batteriesysteme für elektrisch betriebene Busse, Züge, Lastwagen, Baumaschinen und Schiffe her. Für das abgelaufene Jahr hatte Akasol zwischen 60 und 70 Millionen Euro Umsatz angepeilt, 2021 sollen es nach Schätzungen von Analysten 125 Millionen werden. Das 1990 als Verein gegründete Unternehmen, das seit 2018 an der Frankfurter Börse notiert ist, arbeitet operativ an der Gewinnschwelle.

Die Übernahme biete Akasol "eine hervorragende strategische Perspektive", sagte Schulz, der über seine Familienholding aus dem schwäbischen Ravensburg allein 47,4 Prozent der Aktien hält. "Gemeinsam werden wir die Technologie- und Marktführerschaft von Akasol für hoch entwickelte Batteriesysteme weiter ausbauen." Er werde das Unternehmen auf Wunsch des neuen Eigentümers zusammen mit Finanzvorstand Carsten Bovenschen weiterführen.

BorgWarner ist auf die Antriebstechnik spezialisiert und hat rund 48.000 Mitarbeiter. Der Konzern aus Auburn Hills bei Detroit hatte in den vergangenen Jahren mehrfach in Deutschland zugekauft, darunter den Zündtechnik-Spezialisten Beru und Gustav Wahler, einen Hersteller von Abgasrückführungs-Systemen. Zuletzt übernahm BorgWarner den Konkurrenten Delphi für 3,3 Milliarden Dollar.