Der Konflikt zwischen Apple und Facebook dauert offenbar schon länger an.

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Nach der Ankündigung strengerer Datenschutzregeln für das iPhone-Betriebssystem iOS führt Apple seit einigen Wochen einen ungewöhnlich offenen Konflikt mit Facebook. Wegen potenzieller Schädigung des Werbegeschäfts soll der Konzern sogar eine Kartellklage gegen Apple vorbereiten. Neu sind die Unruhen offenbar nicht. Nachdem Apple-CEO Tim Cook 2018 den Cambridge-Analytica-Skandal kommentierte, soll Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zu Mitarbeitern gesagt haben, man müsse Apple "Schmerzen bereiten", berichtet das "Wall Street Journal".

Während des Interviews sagte Cook damals, dass Apple sich niemals in einer solchen Lage wiederfinden würde. Zudem forderte er eine passende Regulierung, um vergleichbare Situationen in Zukunft vermeiden zu können, so "9to5Mac". Während Zuckerberg diese Behauptungen öffentlich als unbedacht und verlogen bezeichnete, soll es hinter den Kulissen deutlich rauer geworden sein.

Klagen gegen Apple

Ende vergangenen Jahres soll Facebook deshalb sogar überlegt haben, dem Fortnite-Entwickler Epic Games im Rechtsstreit mit Apple zur Seite zu stehen. Dieser hatte den iPhone-Hersteller nämlich wegen einer App-Store-Sperre des Spiels geklagt, nachdem Epic Games sich geweigert hatte, Apples Bezahlsystem zu nutzen. Zu einer Einmischung kam es damals zwar nicht, eine Klage soll inzwischen jedoch erneut im Raum stehen.

Denn die aktuelle Anpassung des iPhone-Betriebssystems zwingt App-Anbieter dazu, von Nutzern eine explizite Erlaubnis für das vor allem für Werbung genutzte Tracking über mehrere Apps oder Webseiten hinweg einzuholen. Facebook befürchtet dadurch massive Einbrüche beim Werbegeschäft, berichtete der STANDARD. Dabei sieht sich der Konzern außerdem als Vertreter kleiner Anbieter, die davon besonders stark getroffen würden, argumentiert Facebook. Von seinen Plänen scheint das Apple nicht abzubringen. (mick, 15.2.2021)