Die südafrikanische Virusmutation ist innerhalb der EU in Österreich am stärksten verbreitet.

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Die epidemiologische Lage bleibt besorgniserregend, die Belegung der Krankenhaus- und Intensivbetten auf einem hohen Niveau: Das teilte die Direktorin der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, Andrea Ammon, am Montag mit. Sollten die Maßnahmen zur Viruseindämmung nicht beibehalten oder verstärkt werden, müssten die Staaten Studien zufolge mit einem beträchtlichen Anstieg der Infektions- und Todesfälle rechnen.

Mutationen bereiten ECDC Sorgen

Unmittelbare, strikte und entschiedene Maßnahmen seien nun entscheidend, um die Virusübertragungen zu kontrollieren und die Kapazitäten des Gesundheitswesen zu schützen, erklärt das ECDC in seiner am Montag veröffentlichten Corona-Risikobewertung. Während die meisten Länder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) derzeit sinkende Infektionszahlen verzeichnen, habe die zunehmende Verbreitung der zuerst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien bemerkten Virusvarianten Besorgnis ausgelöst.

Von diesen Varianten hat sich laut ECDC die zunächst in Großbritannien nachgewiesene im EWR bisher am umfassendsten verbreitet. Irland melde bereits, dass diese Variante (B.1.1.7) die im Land dominierende sei. Mehrere weitere Länder werden Schätzungen zufolge in den nächsten Wochen in dieselbe Situation kommen.

B.1251 am stärksten in Österreich verbreitet

Die südafrikanische Mutation ist in Europa laut ECDC vor allem in Österreich verbreitet. Laut dem Bericht wurde bis zum vergangenen Donnerstag die südafrikanische Mutation B.1.251 in 40 Ländern weltweit nachgewiesen, insgesamt gab es ungefähr 1.400 Fälle. Auf den EWR entfielen dabei rund 350 Fälle – der Großteil davon in Österreich beziehungsweise Tirol mit 295. Somit machen die bestätigten Mutationsfälle in Österreich 21 Prozent aller weltweiten Fälle und 84 Prozent aller Fälle in der EU aus.

Die ECDC empfiehlt, dass die Staaten ihre Möglichkeiten zur Sequenzierung von Corona-Proben auf- und ausbauen. Auch ergänzende Maßnahmen wie Tests, Kontaktverfolgung, die Isolation von Fällen und die Quarantäne von Kontakten seien wichtig. (APA, 15.2.2021)