Ansicht vom Garageneck.

Foto: SQ4D

Hier gut erkennbar: die einzelnen Betonschichten.

Foto: SQ4D

Wer sich sein eigenes Haus in die Landschaft baut, muss normalerweise einige Geduld mitbringen. Selbst ein eher bescheidenes Eigenheim in der Fertigteilversion ist normalerweise monatelang in Arbeit, ehe es bezugsfertig ist.

Die stetigen Fortschritte im Bereich des 3D-Drucks könnten die Errichtung von Gebäuden allerdings radikal beschleunigen, wie das New Yorker Start-up SQ4D zeigt. In einem Pilotprojekt hat das Unternehmen in nur acht Tagen ein Haus gebaut, berichtet Reuters.

Hausfront.
Foto: Reuters

Rund 177 Quadratmeter Fläche hat das einstöckige Anwesen in Calverton. Und auch sonst nennt das Unternehmen vielversprechende Zahlen. Die reine Druckzeit betrug demnach 48 Stunden. Der gesamte Bau- und Druckvorgang erfolgte vor Ort, bei Materialkosten von weniger als 6.000 Dollar beziehungsweise 5.000 Euro.

Anhand des Plans erstellt der Drucker, der von SQ4D eigens angefertigt wurde und im Prinzip wie ein handelsüblicher Filamentdrucker operiert, aus Beton das Fundament sowie die Außen- und Innenwände nebst den erforderlichen Kanälen für verschiedene Leitungen und andere Elemente. Das System lasse sich von nur drei Personen betreuen, arbeite mit einem geringeren Energieaufwand als übliche Konstruktionsverfahren und erledige allein über 40 Prozent des gesamten Baus.

Innenansicht Küchenbereich.
Foto: Reuters

Zudem verspricht man langlebigere, feuerresistentere und zugleich günstigere Häuser durch die Verwendung von Beton für alle Wände. Durch weitere Verbesserungen hofft man zudem, die Bauzeit in Zukunft halbieren zu können. Insgesamt könnte man im Vergleich mit traditionellem Bau etwa 30 Prozent der Kosten sparen.

Das nächste Projekt, diesmal bereits kommerzieller Natur, ist auch schon in Vorbereitung. Für rund 300.000 Dollar bietet man die Errichtung eines 130-Quadratmeter-Hauses in der Stadt Riverhead an.

Der Grundriss des Hauses.
Foto: Reuters

Laut dem Unternehmen kommen aus der Baubranche gemischte Reaktionen auf den Vorstoß des Unternehmens. Insbesondere ältere Vertreter stünden dem Hausdruck skeptisch gegenüber. Man selbst gibt sich aber überzeugt, dass 3D-Druck die Industrie fundamental verändern wird. Mit dem eigenen Hausprojekt kratze man lediglich an der Oberfläche der kommenden Entwicklung. (gpi, 17.2.2021)