David Frost ist ab März für die künftige Beziehung Großbritanniens zur EU zuständig.

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London – Der frühere Brexit-Unterhändler David Frost wird ab sofort anstelle von Staatsminister Michael Gove mit der EU über die künftigen Beziehungen verhandeln. Frost wurde am Mittwochabend offiziell ins britische Kabinett berufen und ist ab März Staatssekretär für die künftige Beziehung Großbritanniens zur EU. Dabei übernimmt der 55-Jährige unter anderem die Leitung des gemeinsamen Ausschusses mit der EU.

Gove hatte darin zuvor mit dem EU-Kommissionsvize Maroš Šefčovič an der Umsetzung des Brexit-Abkommens gearbeitet. Zuletzt ging es dabei verstärkt um Übergangsregeln für die britische Provinz Nordirland, die weiterhin an die Regeln des EU-Binnenmarkts gebunden ist. Frost würdigte die Arbeit seines Vorgängers als "herausragend" und schrieb auf Twitter: "Ich stehe auf den Schultern von Riesen."

Der Konservative, der auch dem Oberhaus angehört, gilt als enger Vertrauter von Premier Boris Johnson. Die Opposition kritisierte, dass damit jemand für die wichtigen Beziehungen zur EU zuständig ist, der nicht als Abgeordneter im Unterhaus Rede und Antwort stehen kann. (APA, 18.2.2021)